#09 Deep Talk: Rektorin Rose Marie Beck zum Kennenlernen
Shownotes
Eine Professorin für Afrikanistik gewinnt locker die Wahl zur Rektorin der technisch und wirtschaflich orientierten Hochschule Karlsruhe (HKA)? Aber ja! Prof. Dr. Rose Marie Beck hat das geschafft. Seit 1. März 2024 ist sie unsere neue Leiterin und erzählt Anneke Reinsperger noch vor ihrem offiziellen Amtsantritt, warum ihr das Fachgebiet der afrikanischen Linguistik zu eng geworden ist, inwiefern ihr Interdisziplinarität und Musik wichtig sind, was sie ihren zwei Kindern mitgeben möchte und was ihre Vision für die HKA unter ihrer Führung ist. Ein hörenswertes Kennenlern-Gespräch mit viel Offenheit und Tiefe.
Vor ihrem Posten an der HKA war Rose Marie Beck Dekanin der Fakultät für Geschichte, Kunst- und Regionalwissenschaften sowie Dekane-Sprecherin an der Universität Leipzig. Während der Corona-Pandemie war sie dort Mitglied des Krisenstabs. Ihre Lebens-Stationen führten sie von ihrem Geburtsort Luzern in der Schweiz unter anderem über Mombasa (Kenia), Köln, Hamburg und Frankfurt.
Weitere Infos zu Rose Marie Beck und mehr unter https://www.h-ka.de
Was tut sich auf dem Campus? Welche neuen Professorinnen und Professoren haben wir? Welche gesellschaftlich relevanten Themen bewegen uns an der HKA? Mit dem HKA-Podcast erfahrt ihr mehr. Tippt auf „Folgen“ bzw. „Abonnieren“ und verpasst keine Podcast-Folge mehr. Wir freuen uns auf euch!
Musik: "System Changer" von Darko Indir / Darko Soundsystem, via Soundtaxi.com
Transkript anzeigen
00:00:00: In dieser Folge lernen wir die neue Rektoren der Hochschule Karlsruhe kennen.
00:00:03: Prof.
00:00:04: Dr.
00:00:04: Rosemarie Beck
00:00:05: Ich rede schnell und ich unterbreche die ganze Zeit, das geht meine Familie auf die Nerven will mir Mühe geben dass nicht zu tun was natürlich total lästig aber ich bin sehr gerne einfach im Austausch mit Menschen.
00:00:20: ich rede gerne aber ich höre auch gerne zu und ich liebe das wenn man miteinander redet und es entstehen Ideen eben sprechen.
00:00:37: Hallo und herzlich willkommen zum HKA-Podcast.
00:00:40: Im Moment sind wir an der HKA ziemlich aufgeregt, denn am ersten März, es startet eine neue Führungskraft an der Hochschule Karlsruhe – Rose Marie Beck!
00:00:50: Auf den ersten Blick ist sie mit ihrem Hintergrund vielleicht eine Überraschung als Rektorin, denn sie ist fachfremd als Professorin für Afrika Studien Aber sie konnte die Wahlberechtigten überzeugen und wurde mit überwältigender Mehrheit im ersten Wahlgang zur Rektorin gewählt.
00:01:05: Ich habe Sie bei meinem Ersten Kennenlernen vor einigen Monaten zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, zu dem sie auch sofort Ja gesagt hat!
00:01:11: Und tatsächlich ist sie in diese Podcastfolge mit einer Offenheit und Tiefe reingegangen, die ich sehr angenehm und an manchen Stellen auch richtig mutig
00:01:19: finde.".
00:01:20: Sie hat mir erzählt, warum ihr das Fachgebiet der afrikanischen Linguistik zu eng geworden ist.
00:01:25: Inwiefern Ihr Interdisziplinarität und Musik wichtig sind?
00:01:29: Was sie Ihren zwei Kindern mitgeben möchte – und was Ihre Vision für die HKA unter Ihrer Leitung ist!
00:01:35: Genug angeteasst rein ins Gespräch mit Rose Marie Beck, da ich zunächst gratuliert habe zu ihrer gewonnenen
00:01:41: Wahl am
00:01:41: zwanzigsten Oktober- Twenty-threeundzwanzig.
00:01:46: Herzlichen Glückwunsch und herzlich willkommen Professorin Beck.
00:01:49: zum HKA Podcast.
00:01:50: Ja, vielen Dank für die Einladung.
00:01:52: Ich freue mich auch!
00:01:54: Der zwanzigste Oktober war ein Freitag.
00:01:56: Was haben Sie nach der Wahl gemacht und am anschließenden Wochenende?
00:01:59: Wie haben sie gefeiert?
00:02:02: Also ich hatte abgemacht mit meinem Mann, dass wenn ich gewählt werde er nach Karlsruhe kommt und wir am nächsten Tag Wohnungen besichtigen.
00:02:11: Und dann bin ich aus der Wahl rausgegangen und habe wirklich nur geschrieben komm Ich habe noch nicht mal geschrieben, ich hab die Wahl gewonnen.
00:02:17: Sondern komm!
00:02:18: Und dann kam der Nacht zum halb zwölf an und dann haben wir am Samstagmorgen eine Wohnung angeguckt und haben sie genommen.
00:02:24: Das war mein Wochenende nach der Wahl.
00:02:27: Wunderbar, da hat es also schnell
00:02:29: geklappt.
00:02:30: Sie waren
00:02:31: in der Zwischenzeit auch schon ein paar Mal hier dazukommen weil dann gleich... Wir hören es an einem leichten Akzent.
00:02:37: Sie sind geboren und aufgewachsen in der Schweiz, in Luzern, in den Sechziger-und-Siebzigerjahren.
00:02:42: Was war das für eine Zeit für Ihre Familie?
00:02:44: Wie sah das überhaupt zu Hause aus bei Ihnen?
00:02:47: Ja ich bin in einem kleinen Häuschen aufgewachsen in der Stadt Luzerne mit fünf Geschwistern.
00:02:54: Manchmal denke ich dieses Häuschen ist aus allen Nähten geplatzt wahrscheinlich!
00:02:59: Wir haben alle ein Musikinstrument gespielt, mussten auch üben jeden Tag... Ich bin die zweitälteste, ich bin das älteste Mädchen und damit auch die Stellvertreterin der Mutter im Prinzip.
00:03:09: Und habe halt einfach früh gelernt Verantwortung zu übernehmen.
00:03:13: Das hat mich sicherlich auch manchmal belastet.
00:03:15: Dann bin ich da in die Grundschule gegangen.
00:03:18: Da hatten wir ein Lehrer mit Schlüsseln nach uns geworfen oder mit einem Holzpantine wenn wir nicht brav waren.
00:03:23: Das erinnere ich noch so.
00:03:26: dann bin ich aufs Gymnasium gegangen.
00:03:28: Das war auch eine klasse Zeit.
00:03:30: Wir waren nicht so viele Mädchen, ich erinnere mich, es gab irgendwie zwölf erste Gymnasiumsklassen und die letzten vier, das waren nur reine Jungsklassen.
00:03:41: Dann bin ich auf den humanistischen Zweig dieses Gymnasium gegangen also mit Latein und Englisch und habe da mein Abitur gemacht.
00:03:49: Ich war bei dem Pfad finden.
00:03:51: Ich habe Judo gemacht und später dann Karate, ziemlich ernsthaft eine Zeit lang.
00:03:58: Ich habe es geliebt in die Berge zu gehen und mit Eiswandern und Klettern alleine
00:04:04: oder
00:04:05: immer dann in Gruppen.
00:04:07: Das waren meine engsten Freunde eigentlich und Musik habe ich gemacht.
00:04:11: Ich hab Geige gespielt damals und war auch im Orchester und im Quartett.
00:04:16: Ja, das ist so eine prägende Zeit gewesen.
00:04:18: Ich weiß es so, der war für mich damals kein Begriff.
00:04:23: Da war ich vier Jahre alt und ich glaube in der Schweiz kam das ein bisschen mit Verzögerung an dieser Sechzigerzeit.
00:04:30: Ein Jahr bin ich ein Schüler-Austausch gegangen.
00:04:33: Ich denke, ich wollte auch mal weg aus dieser Verantwortung in dieser großen Familie.
00:04:38: Wir waren wirklich ... acht Personen, das sind sechs Kinder.
00:04:42: Das ist ein großer Haushalt.
00:04:44: Wo sind sie denn hingegangen?
00:04:45: Ich bin mit einer Schüleraustauschorganisation nach Kenia gekommen.
00:04:49: Das war eigentlich zufällig.
00:04:50: Ich wusste selber nicht so richtig wohin einfach mal weg und war dann einen Jahr in Mombassa in eine afrikanischen Familie und bin dort zur Schule gegangen.
00:05:01: Und da hatte ich schrecklichstes Heimweh, muss ich also sagen, ein ganzes Jahr lang wirklich Heimwee gehabt.
00:05:07: Und ich denke manchmal heute, warum hast du das nicht abgebrochen?
00:05:10: Aber das war einfach keine Option für mich.
00:05:13: Aus irgendeinem Grund müssen sie ja diesen Weg gewählt haben.
00:05:16: Also offensichtlich hatten Sie einen Drang wirklich rauszukommen.
00:05:19: Ja
00:05:19: genau!
00:05:20: Ich weiß es nicht so genau.
00:05:22: Mein Vater ist Baumarchenieur und der ist in den Fünfzigerjahren.
00:05:26: War der fünf, sechs Jahre in den USA, in Los Angeles und New York und hat dort riesige Wasserspeicher gebaut.
00:05:34: Das hat er mir mal erzählt, als wir zusammen in Namibia waren.
00:05:37: Da gibt es nämlich auch solche Wasserspeicher im Windhock.
00:05:40: Der ist auch so reiselustig.
00:05:43: Er ist bis ins hohe Alte von einundneinzig Jahren, also jetzt ist er neunzig Jahre vor fünf Jahren.
00:05:48: Ist er noch allein in Libanon geflogen um meinen jüngsten Bruder dort zu besuchen und alleine wieder nach Hause?
00:05:55: Und der ist einfach reisefreudig gewesen!
00:05:58: Vielleicht habe ich davon was abbekommen.
00:06:00: So würde ich das heute vielleicht sehen.
00:06:03: Ja, und das ist natürlich eine prägende Erfahrung gewesen dieses Jahr in Kenia.
00:06:06: Das ist klar!
00:06:08: Genau
00:06:09: Frau Beck sie leben und arbeiten seit etwa vierzig Jahren in Deutschland.
00:06:14: Sie haben studiert in Köln, Afrikanistik, Germanistik Pädagogik Und ihr Spezialgebiet sind afrikanische Sprachen Literatur und Kultur.
00:06:23: Ist ihre wissenschaftliche Karriere etwas dass sich ihre Eltern in Luzern von vornherein gewünscht haben?
00:06:29: Überhaupt nicht.
00:06:30: Das war natürlich die große Katastrophe.
00:06:33: Unser Kind will was bitte schön studieren?
00:06:37: Da muss ich schon ordentlich darum kämpfen.
00:06:39: Damals wusste ich noch nicht so genau, wo man was studieren kann.
00:06:43: Ich wusste, man kann es in Köln studieren.
00:06:45: Eine der anderen Schülerinnen, die mit mir im Schüleraustausch waren, studierte da schon und dann gab's noch Diversion Paris Und dann bin ich erst mal nach Genf gegangen.
00:06:54: Meine Eltern haben gedacht, wie schicken wir jetzt mal in Genf?
00:06:56: Die sollen mal ein Semester irgendwas studieren und dann kommt sie schon auf andere Gedanken.
00:07:03: Bin ich aber nicht!
00:07:04: Also dieses Jahr in Kenia hat mich schon so weit beeinflusst dass ich eigentlich die Welt nicht richtig mehr verstanden habe.
00:07:14: Inwiefern?
00:07:16: Kann ich gar nicht so genau sagen.
00:07:17: Ich kann eigentlich nur sagen, dass in den Studiengängen, in denen ich unterrichtet habe in den letzten dreißig Jahren wie relativ viele Studierende hatten die ein soziales Jahr gemacht haben oder irgendwie einen Austausch gemacht hatten und dann zu uns studieren kommen um irgendwie einzuordnen was sie erlebt haben.
00:07:37: also man erlebt natürlich ganz handfest Armut glaube das ist am schwersten auszuhalten.
00:07:43: Und dann das zweite.
00:07:44: Wir kommen als weiße, schon als Schüler kommen wir mit zugeschriebenen Kompetenzen dahin, die wir eigentlich gar nicht haben.
00:07:52: Wir sind die Reichen, wir sind diejenigen aus den Gesellschaften gekommen, die es geschafft haben, die Vorbilder sind und da muss ich plötzlich auch Vorbild sein.
00:08:01: Das konnte ich damals nicht und ich denke viele Studierende oder junge Leute, die solche Austausche machen können das auch nicht und brauchen dann eine Zeit um sich irgendwie wieder ein einzufinden in diese Welt.
00:08:15: Das klingt ja so als ob sie einen anderen Zugang zu Afrikanistik gefunden hätten als ihre Studierende, die das jetzt machen.
00:08:24: Gab es da einen bestimmten Punkt wo Sie gesagt haben so und jetzt in Köln Afrika-Nistik?
00:08:29: Und alles was dazu gehört?
00:08:31: Ich denke dass mich irgendwie in der Schweiz auch nicht viel mehr gehalten hat, nach dem Abitur zu fallen.
00:08:41: Sozusagen die sozialen Netzwerke, die man hat.
00:08:45: In der Tendenz zumindest.
00:08:48: Nach diesem Jahr war ich auch ein bisschen unglücklich.
00:08:52: Das weiß man heute, dass ganz oft Jugendliche, die ausm Schüleraustausch zurückkommen, Schwierigkeiten haben sich wieder einzufinden.
00:08:59: Das wusste man aber damals nicht und ich hatte Swahili gelernt In der Zeit, einfach weil meine Gastmutter kein Englisch konnte und ganz viele Verwandten konnten.
00:09:11: Die Kinder konnten englisch, die waren in einer englischen Schule also in der Agakhan High School wurde Unterricht auf Englische ist Und dann hatte ich einfach Interesse, auch noch mehr diese Sprache zu lernen.
00:09:22: Ich glaube das war dann so eine Möglichkeit immer mit dieser Erfahrung, mit dieser Erinnerung in Kontakt zu bleiben und bin danach Köln gegangen um dort Afrikanistik zu studieren.
00:09:34: War schon relativ früh, habe ich gemerkt.
00:09:36: Ja das ist ganz schön.
00:09:37: also da macht man hauptsächlich Linguistik ein bisschen Geschichte, ein bisschen Literatur.
00:09:43: Ich hab dann nebenher als zweites Fach Germanistik studiert und da interessanterweise dann Medievistik also Mittelalter wo ganz viel auch mündlich läuft Und das war für mich eine Verbindung zu afrikanischen Literaturen oder eben Oratouren.
00:09:57: Also ich würde sagen auch Wortkunst Das ist ein breiterer Begriff, weil litteratur... mündliche Literatur ist ein Widerspruch.
00:10:06: Sehr nicht geschrieben!
00:10:08: Und das fand ich irgendwie ... das hat mir gut gepasst da konnte ich ganz viele Sachen auch nochmal anders zurechtrücken mit Mittelalter, mit Afrika, mit Mündlichkeit, mit Kommunikation.
00:10:19: Das hat mich eigentlich immer am meisten interessiert.
00:10:21: was macht man eigentlich wenn man redet?
00:10:23: Was macht man mit Wörtern?
00:10:25: und das zieht sich immer durch meine ganze wissenschaftliche Biografie.
00:10:30: Und pädagogik, das war irgendwie so ein Verlegenheitswahl, weil ich musste noch ein drittes Fach haben...
00:10:38: Wie viele Sprachen sprechen Sie denn ganz praktisch?
00:10:42: Sprechen ganz praktische!
00:10:43: Es kommt jetzt drauf an also natürlich Deutsch, Französisch, Englisch, Swahili, Schweizerdeutsch.
00:10:51: Ich kann auch bisschen italienisch Also, ich kann mich durchschlagen.
00:10:56: Ich kann mich mit Afrikaans ein bisschen durchschlagern.
00:10:58: Ich konnte mal ziemlich gut Herrero, aber man vergisst das natürlich.
00:11:02: Dann würde ich sagen, ich habe noch ein paar andere Sprachen gelernt, wo ich mich wirklich nochmal vertiefen müsste.
00:11:08: Bambara zum Beispiel, Nama ... ja so ungefähr!
00:11:14: Haben Sie eine Lieblingssprache oder eine bestimmte Phrase?
00:11:19: Oder eine bestimmten Art zu sprechen?
00:11:22: die sie uns etwas näher bringen möchten.
00:11:25: Ja, das ist gar nicht sprachunabhängig!
00:11:29: Ich rede schnell und ich wollte gerade sagen, ich unterbreche die ganze Zeit.
00:11:36: Das geht meiner Familie auf die Nerven.
00:11:39: Will mir Mühe geben, dass nichts zu tun, was natürlich total lästig.
00:11:44: Aber ich bin sehr gerne einfach im Austausch mit Menschen.
00:11:48: Ich rede gerne, aber ich höre auch gerne zu.
00:11:51: Und ich liebe das wenn man miteinander redet und es entstehen Ideen eben sprechen.
00:11:56: Das ist so vielleicht was mich am meisten meiner Art zu sprechen am meisten auszeichnet.
00:12:02: Ich wollte jetzt eher ein bisschen darauf hinaus.
00:12:04: in Europa kennen wir uns größtenteils nicht gut aus mit afrikanischen Sprachen- und Sprachkonzepten.
00:12:11: gibt es da irgendwas ganz fremd ist zur europäischen Sprechkultur und was sie vielleicht gerne näher bringen möchten.
00:12:24: Also es ist eine ganz schwierige Frage, weil die ganze Forschung, die wir betreiben über afrikanische Sprachen... Es gibt etwa zweitausend Die ist ganz stark dominiert von europäischen Sprachmodellen.
00:12:39: Man schreibt Grammatiken, da gibt es exotische Phänomene.
00:12:43: Die meisten afrikanischen Sprachen sind Tonsprachen.
00:12:47: Wo die Silben mit unterschiedlichen Tonhöhen etwas heißen, ein bisschen wie chinesisch oder mandarin?
00:12:55: So kann man das vergleichen.
00:12:56: Es gibt natürlich die exotischen Klicks ... In den südafrikanischen Sprachen, also Region Südafrika, Sann-Koisan sprachen auch Rosa und Zulu.
00:13:08: Kann ich selber nicht so gut.
00:13:10: Das hört man, das ist schwer für unsere Zungen.
00:13:12: Aber was wir über die afrikanische Sprache wissen, ist so überlagert von unseren eigenen Denkmodellen, dass es schwer ist da rauszukommen.
00:13:19: Am einfachsten kommt man eigentlich raus wenn man sich klar macht... Andersrum, in den heutigen Nationalstaaten Afrikas haben sie so gut wie kein einziger Stadt wo es nur eine Sprache gibt.
00:13:32: Sondern das sind vielsprachen Länder ich weiß nicht Nigeria mit irgendwie vierhundert Sprachen Kamerunen mit zweihundepfünfzig je nachdem wie man zählt.
00:13:42: Es geht jetzt nicht wirklich um die Zahl aber dann können Sie sich vorstellen dass sie in einer Großstadt auf unglaubliche Vielzahl von Sprachen treffen.
00:13:50: Und es ist auch so, dass Einsprachigkeit auf dem afrikanischen Kontinent die absolute Ausnahme ist.
00:13:55: Alle Leute können ein bisschen davon, ein bisschen Davon und man geht auf den Markt und kann in sieben Sprachen irgendwie bei irgendjemandem irgendwas kaufen.
00:14:04: also ich glaube das ist wirklich bemerkenswert und da kann man sehen wie fließend eigentlich auch sprachgrenzen sein können und sprachpraxis grenzen.
00:14:14: Wir erleben in afrikanischen Städten, dass die Leute aus unserer Sicht, jetzt aus unserer konservativen Sicht ein Mischmarsch reden.
00:14:21: Ohne das es ihnen klar wäre, dass es ein Mishmarsh wäre und da kann man genau sehen den Einfluss von unserer Auffassung.
00:14:28: Es gibt Deutsch und es gibt Französisch Und Mixen ist dann gemixt.
00:14:33: Das ist vielfältig aufgebrochen.
00:14:35: Ja so das kann man vielleicht so dazu sagen.
00:14:39: ich mag halt nach wie vor Musik unglaublich gerne Weil ich finde, da wird nochmals mit Worten gespielt.
00:14:45: Das ist natürlich eigentlich immer so wenn man über Wortkunst nachschaut – das ist jetzt nicht spezifisch für Afrika!
00:14:52: Aber das ist auch etwas was ich so toll finde, wenn man mit Wortenspielen kann und zum Niosen rausholen kann genau.
00:15:01: Ja, man merkt ihre Faszination auf jeden Fall.
00:15:03: Danke dass Sie uns mitgenommen haben.
00:15:04: ein bisschen in Ihre linguistische Welt.
00:15:08: Als Vorbereitung habe ich einen Artikel, ein Gespräch mit ihnen gelesen.
00:15:13: Da geht es um Wissenschaft und Mutterschaft.
00:15:15: Also Leben mit Karriere und Kindern ist sehr persönlich, ein sehr persönlicher Artikel.
00:15:20: Inzwischen sind ihre Kinder aus dem Haus.
00:15:21: aber wie blicken sie heute auf diese Zeit zurück?
00:15:26: Mein erstes Kind kam in der Welt in die Jahre und hatte auch Schiss.
00:15:33: weil ich Karriere machen wollte, oder die Karrierei.
00:15:35: Ich wollte im Beruf bleiben und das war da einfach noch nicht so selbstverständlich.
00:15:40: Ich glaube, dass ist auch heute nicht immer selbstverständliche.
00:15:42: mein Partner war dreizehn Jahre älter als ich und der stand natürlich schon längst in den Beruf.
00:15:47: Und wie kann ich jetzt auch im beruf bleiben?
00:15:49: Also
00:15:50: man muss dazu sagen es gab noch nicht sowas wie Elterngeld oder sowas wahrscheinlich
00:15:54: auch keine Elternzeit.
00:15:56: Es gab natürlich irgendwie sechs Wochen nach der Geburt oder so die man zu Hause blieb, bezahlt.
00:16:02: Ich weiß es nicht mehr genau.
00:16:03: Aber ich hatte große, große Furcht, dass ich nach dem Geburt meiner ersten Tochter ... dann aus allem rausfalle.
00:16:11: Ich musste dann auch heiraten, weil ich als Schweizer Staatsbürgerin immer nur ein Jahr lang Aufenthaltsgenehmigung hatte und dann war das heiratend das Einfachste.
00:16:19: Dann hatte ich nämlich einen Aufenthalt und konnte auch hier ohne Arbeit erst mal sein, denn ich wollte dann auch promovieren.
00:16:26: Ich musste sozusagen hoch schwangen noch mein Studium abschließen und dann habe ich eine Promotion angeschlossen.
00:16:31: Das war schon eine Zeit, wo ich mir viele Sorgen gemacht habe.
00:16:34: Wo ich nicht gewusst habe wie soll ich jetzt Kind und Familie und meine Karriere ... Ich hab vielleicht noch nicht mal so in Karrieren gedacht aber Wie soll ich das unter einen Hut kriegen?
00:16:45: Und ich habe dann sehr lange gewartet mit meinem zweiten Kind.
00:16:49: Das ist mein Sohn, der ist fast sieben Jahre jünger als meine Tochter.
00:16:53: Und wir mussten dann auch umziehen.
00:16:56: Mein Mann hat dann eine Professur in Mainz bekommen und ich hatte nichts mehr in Köln.
00:17:01: Ich hatte keine Stelle mehr.
00:17:03: die Promotionsstelle war ausgelaufen und dann musste ich nach Mainz umziehen und habe dann da mein zweites Kind bekommen.
00:17:11: Wie würden Sie sich als Mutter beschreiben?
00:17:13: Was ist Ihnen wichtig Ihren Kindern mitzugehen?
00:17:17: Also ich rede ganz oft eigentlich mit meinen Kindern über solche Sachen Und Frage heute, was habe ich euch eigentlich mitgegeben?
00:17:23: Oder manchmal sage ich naja das war vielleicht schon mal ganz schön hart.
00:17:27: Mit mir mein damaliger Mann und ich.
00:17:29: wir hatten wirklich einen Stundenplan gemacht bis auf die halbe Stunde runter wer zuständig war.
00:17:36: Ich mache das so mit Anführungsstrichen in der Luft aber ich brauchte dass um sozusagen Zeit für mich selber zu haben.
00:17:44: Das war natürlich für meine Kinder vielleicht auch nicht immer so einfach.
00:17:48: Auf der anderen Seite war das verlässlich, wussten sie es immer jemand da.
00:17:53: Die gingen mit sechs Monaten in die Krippe.
00:17:56: Das war auch gut für die weil ich glaube ich hätte mich zu Tode gelangweilt als sie so klein waren bei alle Liebe die man hat.
00:18:04: Es war auch manchmal langweilig.
00:18:06: Sie haben sich öfter auf neue Orte auch eingelassen, sind nach Leipzig gekommen, als Professorin für Afrikanistik.
00:18:14: Sie waren Dekanen, sie war eine dekane Sprecherin und Mitglied des Krisenstabs.
00:18:18: Ich schätze mal das war während der Corona-Pandemie, dass sie da im Krisenstopp waren?
00:18:22: Man sieht auch da wieder.
00:18:23: ihre Stärke ist offensichtlich Kommunikation.
00:18:25: Sie mussten ManagerInnen sein, Diplomatin... Wie sehen Sie jetzt Ihre Rolle hier an der Hochschule Karlsruher als neuer Rektorin?
00:18:35: Ich glaube, meine wichtigste Aufgabe zumindest jetzt dann zu beginnen wird es sein mit den Haufen Leuten zu reden.
00:18:42: Mit jedem Reden, zuhören, austauschen... ich lerne schon ganz viel!
00:18:49: Ich war bereits in allen Fakultäten je einen Tag.
00:18:53: Wie sah das aus?
00:18:54: Sie sind seit mehreren Wochen unterwegs.
00:18:56: was haben sie dort schon alles gesehen und wie gehen sie dort vor um Leute kennenzulernen, um die Hochschule kennenzulernen?
00:19:03: Also eigentlich habe ich den Dekan gesagt, ich brauche einen Crashkurs.
00:19:05: Ich bin Afrika-Wissenschaftlerin und ich komme jetzt an eine technische Hochschule – ich hab keine Ahnung!
00:19:10: Und da haben wir einfach gesagt «ich komm mal an dem Tag», also wir haben das miteinander abgemacht und ich habe gesagt ihr macht den Plan.
00:19:18: Und jede Fakultät... ist ein bisschen verschieden gewesen.
00:19:21: Aber immer gab es eine Einführung, da haben sich die Kollegen das Dekanat vorgestellt, dann meistens war die ganze Fakultät eingeladen, spätestens zum Mittagessen, wo ich immer eingeladet worden bin und wo ich wirklich sagen muss... toll, fand ich richtig super.
00:19:37: Da kamen da noch die ganz viele Mitarbeiter dazu und dann setzt man sich halt überall hin und redet mit den Leuten.
00:19:43: Dann haben sie mir die Studiengänge vorgestellt und die Labore und Forschungsprojekte und ganz oft habe ich noch Zeit bekommen mit den Studierenden zu reden und eigentlich ist es ganz einfach mit den Leute ins Gespräch zu kommen.
00:19:58: redet halt und sagt, was machen Sie denn?
00:20:02: Und das kann ich jetzt noch machen oder konnte ich bis jetzt einfach machen.
00:20:07: Auch ganz unbelastet!
00:20:09: Ich bin noch nicht Rektorin, also jetzt auch zum Zeitpunkt wo wir diesen Podcast anfangen.
00:20:13: Das können wir vielleicht
00:20:13: auch offenlegen.
00:20:14: es ist jetzt Anfang Februar so.
00:20:15: sie haben noch fast einen Monat Zeit
00:20:17: genau und im Moment kann ich einfach ganz unbelastet mit allen Leuten reden und das nehmen die ja auch so wahr Und das fand ich ganz toll dass man mir einfach mal zeigt was da ist Und dass es Dinge gibt, die man machen muss.
00:20:32: Das ist mir schon klar aber das war jetzt einfach noch nicht der Zeitpunkt und das ist so eine riesen Chance für mich, einfach die Kollegen kennenzulernen.
00:20:39: Und das ist sozusagen meine Idee.
00:20:41: ich denke auch wir werden immer zusammenarbeiten müssen weil ich eben fachfremd bin.
00:20:47: Ich werde immer mit den Kollegen und Kolleginnen reden müssen und das sind super eingerichtet Weil genau das ist es.
00:20:55: Wir müssen miteinander reden um miteinander irgendetwas verbessern zu können, was es dann eben zu verändern oder zu verbessern gibt.
00:21:04: Sie sind jetzt in der Hierarchie zumindest in der Struktur der Hochschule ganz oben!
00:21:08: Was ist denn Ihre Vision von Führung?
00:21:10: Oder anders gefragt, was wünschen sie sich da vielleicht auch von sich selbst?
00:21:16: Ich wünsche mir also alle erstes dass ich nicht hier an die Ecke der Hochschool komme und ins Rektoratsgebäude gehe und dann nie wieder raus bis am Abend wieder nach Hause geht.
00:21:24: das möchte ich zum Beispiel überhaupt nicht.
00:21:27: Das ist so ganz plastisch für mich dieses Bild.
00:21:31: Ich möchte nach viel Partizipation und dem Zuhören, gemeinsam erstellen von Entwicklungsplänen oder Lösungsvorschlägen die für bestimmte Probleme einfach gefunden werden müssen dass ich dann am Schluss in der Lage bin guten Gewissens eine Entscheidung zu treffen Beziehungsweise zu verantworten.
00:22:00: Man muss dazu sagen, ihr Vorgänger Professor Artinger steht auch noch zur Verfügung.
00:22:04: also der hilft Ihnen wahrscheinlich auch hier anzukommen?
00:22:09: Also das ist sowieso vorbildlich wie ich finde wie ich hier im Rektorat begrüßt worden bin dass Herr Artinges sofort gesagt hat wir machen eine vernünftige Übergabe wie ich auch vom Kanzler äußerst freundlich begrüßt worden bin von Herrn Quint, dem Projektor Forschung auch von Herrn Pavlovski.
00:22:27: Die Prorektorin Altmann dieses ist nicht mehr da aber auch mit der habe ich gesprochen.
00:22:33: also das ist ganz klar.
00:22:34: und dann in den Fakultäten so freundliche begrüße zu werden Das ist eine tolle Grundlage und es ist eine wunderbare Übergabe.
00:22:41: Also wir machen das auch systematisch.
00:22:43: Ich war gestern schon auf einer Dienstbesprechung im Ministerium einfach um hinzukommen mir das anzuschauen zuzuhören und dann, wenn ich loslegen muss, kann ich das auch.
00:22:55: Weil es natürlich eine anstrengende Arbeit ist, ein anstreggender Job vielfältig.
00:23:00: Ich muss mein ganzes Netzwerk nach außen aufbauen, nach innen aufbauten.
00:23:06: Man hat schon viele Verantwortung und das will ich wirklich gründlich vorbereiten.
00:23:11: Und das ist toll, dass das möglich ist!
00:23:13: Wie erleben Sie die Stadt Karlsruhe jetzt?
00:23:17: Also das Interessante ist ja, ich behaupte fast dass es eine süddeutsche Stadt ist die mit meinem Südtäuschen also im Sinne von Sprachraum Gefühl für statt
00:23:30: doch
00:23:31: sozusagen eine Resonanz erzeugt.
00:23:34: Das habe ich so in Köln nicht erlebt.
00:23:35: Ich liebe Kölnen aber da musste ich ganz anders die Stadt verstehen.
00:23:40: Leipzig ist noch mal was Ganz anderes.
00:23:42: Das ist so eine richtig prächtige Gründezeitstadt mit viel Raum, also das sind einfach ganz unterschiedliche Städte die es da gibt.
00:23:52: aber ich bin hier in Karlsruhe.
00:23:53: bei meinem Vorstellungsgespräch vor dem Vorstellingsgesprich bin ich aus dem Zug gestiegen komme da auf den Bahnhofvorplatz und denke ah das ist schön hier hier gibts ne Straßenbahn und damit war's gegessen.
00:24:07: Wir halten das fest.
00:24:08: Frau Beck ist jetzt hier in unserer Hochschule, weil sie die Straße machen und Karlsruhe machen.
00:24:12: Das stimmt auch mit unserem Mobilitätsstudiengangsprofil überein.
00:24:17: Bleiben wir vielleicht mal bei Leipzig.
00:24:19: da waren Sie in einem Orchester?
00:24:22: Weil Sie geil gespielt haben richtig!
00:24:24: Ich war nicht in einem orchester sondern ich habe da.
00:24:30: In der Musikschule konnte man auch im Quartett mitspielen.
00:24:36: Und ich spiele seit, glaube ich, in diesem Quartet.
00:24:41: Ich habe schon als Jugendliche Geige gespielt und wollte mal Musik studieren.
00:24:44: Es ist dann nichts geworden – das ist auch gut!
00:24:48: Aber ich habe wirklich so aus meinen Kindern entgültig zum Haus rausgingen.
00:24:53: Mein Sohn hat den Abitur abitur gemacht.
00:24:55: habe ich wieder angefangen Geige zu spielen.
00:24:58: Und ich merke einfach, das ist mein Ausgleich für alles Mögliche was ich gemacht habe und wenn der Corona-Zeit war mir ja nur Zuhause.
00:25:07: Das heißt die ganzen Wege sind weg gefallen und da hab' ich ziemlich viel geübt.
00:25:11: Das heisst Musik beziehungsweise selber Geigespielen.
00:25:14: is für sie auch ein Mittel um runterzukommen?
00:25:18: Absolut!
00:25:19: Alltag
00:25:19: hinter sich zu lassen.
00:25:20: Haben Sie sonst noch Techniken?
00:25:24: Also die Technik beruht für mich darin, dass man sich auf etwas ganz anderes konzentriert und das ist Musik.
00:25:31: Ich muss ja trotzdem konzentrieren aber dadurch werden einfach alle Gedanken ausgeblendet.
00:25:36: Die andere Technik ist Yoga weil man da so eine Art Körpermeditation durchführt, weil man sich nämlich darauf konzentrieren muss wo man jetzt beugen und wo strecken und wo halten muss genau.
00:25:48: und also das sind eigentlich meine beiden Techniken des Ausgleichs.
00:25:52: Gimm gerne noch tanzen Mit meinem Partner, das ist auch schön.
00:25:56: Ist eigentlich genau das gleiche Muster damit man die Füße nicht verwechselt.
00:25:59: die ganze Zeit muss man sich auch konzentrieren.
00:26:02: ja da sind so die drei Dinge
00:26:04: und haben Sie schon in dieser Richtung Ihre fühle ausgestreckt.
00:26:06: was sie dann hobbymäßig in Kreuzhocher machen können
00:26:09: kann ich alles auch hier machen.
00:26:10: yoga gibt's hier
00:26:12: sogar.
00:26:13: eine Hochschule habe ich schon gesehen.
00:26:15: ja mal gucken.
00:26:16: ich weiß nicht ob ich das irgendwie schaffen kann weiß noch nicht wie der rektorale kalender aussehen wird.
00:26:24: Ich habe ja schon eine Orkeste gefunden hier und ich dachte, da gehe ich erst mal hin um zu gucken wo ich irgendwie eine Geigenstunde bekommen kann.
00:26:33: Ich bin dann auch ein bisschen ehegeizig und will die Dinge auch gut spielen können.
00:26:39: Und es gibt noch eine Tanzschule, die haben uns schon ausgeguckt, da gehen wir dann hin.
00:26:43: Also geige dann eher Klassik.
00:26:44: was sie spielen?
00:26:47: Klar, im Orchester und Quartett ist er klassik.
00:26:51: Wobei sich das auch erstreckt auf moderne Sachen Tango oder solche Sachen.
00:26:57: Aber ich selber würde mir wünschen noch viel mehr Jazz- und moderne Musik spielen zu können.
00:27:05: Das ist wirklich schwer!
00:27:07: Man muss sagen es klingt so leicht physisch aber gerade Jazz und Geige ist nicht einfach.
00:27:14: Es klingt dann manchmal einfach nicht.
00:27:16: Sie sind jetzt eine Weile hier, schon in Karlsruhe.
00:27:20: Aber auf YouTube kann man noch Online-Vorlesungen anschauen von ihnen in Leipzig.
00:27:26: Zum Beispiel gibt es eine Vorlesung der heißt Seeing Like a City.
00:27:30: Sorting Voice bei Getty Insanzebar's Stone Town und ich habe mir das angeguckt die ganze Vorlesung und habe gedacht, das ist so eine schöne Atmosphäre.
00:27:39: Es ist international respektvoll freundschaftlich interdisziplinär ihr Spezialgebiet.
00:27:45: ich fand es eine sehr angenehme Art zu denken nachzudenken fand das sehr anregend und philosophisch.
00:27:52: warum möchten Sie raus aus dieser schönen in Anführungszeichen aus meiner Sicht linguistisch interdiszieplinären Welt rein ins Ich formuliere es mal radikal in dieser harte Managementwelt, die es doch manchmal sein kann als Kopf einer Hochschule.
00:28:12: Also wo Sie das sagen?
00:28:13: Dass es so eine schöne Atmosphäre ist und so ne schöne Forschung, das stimmt!
00:28:18: Ich habe mich als Wissenschaftlerin ganz oft unzulänglich gefühlt weil das Interdisziplinäre dann doch die Kompetenzen wirklich weit aufspannt.
00:28:29: Und wenn ich das intensiv hätte weiterverfolgen wollen.
00:28:33: Erstens hätte ich dafür Drittmittel gebraucht, weil sonst kann ich nicht nach Afrika reisen oder habe auch keine Doktoranden und die Drittmitteln mit so einem Thema zu bekommen das ist sehr schwierig, weil es wirklich eine so eine breite Expertise ist um.
00:28:50: man muss dann alle davon überzeugen dass das Glas aus einer disziplinären Sicht nicht halb leer ist sondern wenn man die vielen Halbleeren Gläser zusammen gießt, dass es dann eigentlich eine ganz schöne Portion tolles Getränk gibt.
00:29:05: Ja das war auch eine Formulierung die sie in der Vorlesung gemacht haben bzw.
00:29:10: im Artikel war das den Sie mir geschickt haben.
00:29:12: Es gibt immer sieben halbvolle Gläse.
00:29:14: jetzt kann man das aus verschiedenen Perspektiven beobachten.
00:29:16: wie meinen Sie das?
00:29:18: Naja, ich meine dass ich ein gutes Bezug auf diesen Articlesorting-Wire Spaghetti in Sanse war.
00:29:25: Da beschäftige ich mich also mit den Kabeln die an diesen Straßen und an den Häusern festgemacht sind, wo es Elektrizität gibt.
00:29:34: Dann gibt es über Gartenschläuche Wasserversorgung.
00:29:37: Es gibt Telefonkabel, Satellitenschüsselenkabeln.
00:29:41: Es ist diese CCTV-Kabel... Überwachungskamera?
00:29:45: Überwachungskameras,
00:29:46: Kabel alles Mögliche und das auseinander zu sortieren, das ist natürlich die Idee.
00:29:52: aber damit gerät man erst mal in Architektur, man gerät in Stadtplanung Man gerät in Fragen von Elektrizität, von Wasser, von Überwachung und Security.
00:30:04: Von städtischer Infrastruktur und dann auch noch von Philosophie.
00:30:09: Ja also weil das sind ja philosophische Fragen die man dann letztendlich oder die ich da aufmache überhaupt nach Erkenntnis grundsätzlich und was Sprache damit zu tun hat usw.
00:30:21: Und dass meine ich man hat dann irgendwie sieben halbvolle Gläser um das zu einem neuen zusammenzutun entstehen.
00:30:28: Ich beobachte, dass in den Wissenschaften es langsam zu so einem Kipppunkt kommt wo man eben nicht mehr interdisziplinär sagt sondern wo eigentlich neue... Disziplin ist dann irgendwie das falsche, zu sagen fast.
00:30:45: Aber wo sozusagen aus diesen Interdisziplinären verbünden eben neue Sichtweisen auf die Dinge entstehen, neue Arten umzugehen mit neuartigen Phänomenen?
00:30:56: Das beobachte ich und ich hätte ganz sicher hätte ich das irgendwie schon hingekriegt.
00:31:01: aber ich war auch noch Dekanin- und Dekanesprecherin in den Krisenstab.
00:31:06: Da bin ich natürlich immer weiter auch weggerutscht aus dieser Forschung.
00:31:10: Es ist schon anstrengend, also der Krisenstabte hat unglaublich viel Zeit gebraucht und gefressen.
00:31:18: Und dann habe ich noch zwei Forschungsprojekte gehabt in der Zeit und noch Dekanin und noch Lehre ... Ich habe einfach so gemerkt, dass ich an einen Punkt gekommen bin, wo ich gedacht habe ja welchen Weg gehe ich jetzt eigentlich?
00:31:32: Ich habe schon lange mit den Afrika-Studien gehadert, dass ich denke es ist eigentlich viel zu eng.
00:31:37: Also Afrika ist für mich immer oder was immer – ich da beobachte in Afrika – einfach nur ein Fall von.
00:31:44: Wenn ich Stadtforschung betreibe dann kann ich das in Darmstadt und Karlsruhe oder in Sanzibar.
00:31:50: Und es ist eben nicht irgendwie die Besorge…Sanzibars ist nicht das Besondere!
00:31:55: Das ist etwas so tief eingelassen in unsere Denken, dass Afrika etwas Besonderes ist Und das ist es eigentlich gar nicht.
00:32:03: Aber wenn ich mir so anschaue, die Studierenden, die zu uns kommen, wollen dann nur Afrika hören und ich habe dann Seminare gemacht, die haben sich die Studenten beklagt dass nicht genug Afrika drin wäre.
00:32:14: Also bei so einem Beispiel... Kann ich schon nachvollziehen, wenn man mit einer bestimmten Vorstellung kommt?
00:32:19: Eben weil
00:32:19: sie ja auch nicht reine Linguistik machen.
00:32:22: Ja genau!
00:32:23: Ich mache keine reinen Linguisten.
00:32:24: Ich habe eben Stadtforschung gemacht und diesen Bereich Science & Technology, das wird man als Techniksoziologie beschreiben können.
00:32:33: Das sind so die drei großen Bereiche, mit denen ich mich beschäftigt habe was viel spannender fand als irgendwie reine Linguistik eigentlich schon immer.
00:32:42: So ist es ein Glücksfall, dass ich nach Leipzig kommen konnte in dieses multidisziplinäre Institut wo ich wirklich alles machen konnte.
00:32:49: eigentlich und dann stand ich wirklich so vor diese Überlegung will ich jetzt noch acht Jahre mir einen neuen Schwerpunkt suchen in den Afrika Studien wo's mehr zu eng ist und wo viele Studierende heute auch zurecht sagen das ist eine koloniale Wissenschaft und konnte mich ganz oft auch nicht mehr mit Afrikastudien identifizieren, aber gleichzeitig bin ich die Personifizierung der Afrika-Studien.
00:33:17: Und auf der anderen Seite hat mir einfach dieses Dekanat und diese Verantwortung und diese Kommunikation im Krisenstab und als Dekani, das fand ich einfach toll!
00:33:28: Da wieder Möglichkeiten zu eröffnen, da kommt jemand mit einem Problem Der überlege ich mir, was könnte man jetzt?
00:33:35: Wie könnte man das lösen.
00:33:36: Und ganz oft findet man dann auch Lösungen zusammen, gemeinsam im Gespräch und das war sozusagen diese Abschätzung dieser Abwägung genau.
00:33:46: Interessant war dass sie verschiedene kleine Disziplinen rausgepickt haben, mit denen sie sich beschäftigt haben.
00:33:52: Die auch hier Anklänge finden an
00:33:54: der Hochschule
00:33:54: Karlsruhe also diese ganze Technik Schiene sozusagen wo Sie anders drauf geschaut haben.
00:33:59: aber was ja auch auf jeden Fall passt Kommunikation passt auch.
00:34:04: Wie ist jetzt Ihre Vision für die Hochschulle Karlsroha?
00:34:07: Also es gibt hier immer Probleme Studienbewerbungs-Situationen, das ist nicht nur hier so.
00:34:14: Das ist auch in anderen besonders süddeutschen technischen Universitäten bzw Hochschulen so auf Studienplätze wird sehr geschaut.
00:34:22: die finanziellen Mittel da müssen wir auch immer drauf schauen ob sie reinkommen oder nicht.
00:34:27: Die Zukunftsfähigkeit der Hochschule.
00:34:30: Haben Sie Ideen wie sie zusätzlich Stabilität reinbringen können?
00:34:35: Also ich erlebe diese Hochschulle als äußerst engagiert oder die Kollegen und Kolleginnen, natürlich.
00:34:44: Und zwar immer auch gesellschaftlich engagiert.
00:34:49: Das ist das, was wir in diesen Zeiten brauchen.
00:34:51: Wir stehen einfach in einer als krisenhaft erlebten Zeit wo sich sehr vieles verändert.
00:34:57: In dieser Zeit sehe ich eben genau dieses gesellschaftliche Engagement.
00:35:03: Ich fasse das absichtlich so breit einfach brauchen.
00:35:07: Ein Kollege hat es gesagt Wissenschaft und Veränderung zu den Leuten.
00:35:13: Und das ist genau das, was ich denke, worauf wir stolz sein können und was wir auch mit einem Selbstbewusstsein vertreten können.
00:35:21: Also das ist so glaube ich das Wichtigste auch zu vertreiten und zu verkörpern dass wir wirklich zufrieden sein können mit dem was wir hier haben an der Hochschule und was wie was wir können und womit wir auch in die Zukunft gehen können.
00:35:39: Und ich glaube, das ist für mich erst einmal das Allerwichtigste.
00:35:43: Meine Vision ist tatsächlich, dass wir gerne an dieser Hochschule arbeiten weil wir gute lehrende Wissenschaftlerinnen sind, gute Forscherinnen und Forscher, eng verknüpft in diesem Wirtschaftsumfeld Karlsruhe was ja hervorragend ist dass wir immer dran sind zu erspüren oder zu erfahren, was eigentlich jetzt gebraucht wird und dass wir darauf reagieren können.
00:36:14: Und auf allen möglichen Ebenen.
00:36:17: Ich denke die Studierenden müssen wir etwas daran tun aber ich denke... Internationalisierung ist ein Thema.
00:36:25: Es wird ja auch ganz viel gemacht seitens Baden-Württembergs, dass mehr Studierende kommen.
00:36:30: die Kollegen hier sind alle unterwegs in den Schulen.
00:36:33: gerade heute Morgen hatte ich eine Sitzung mit der Presse und Kommunikationsabteilung Und da war einer Kollegin musste dann gehen weil sie nämlich ne Schülergruppe von einem Klasse Hier durch die Hochschule geführt hat.
00:36:46: Ich finde einfach wir sind auf dem guten Weg möchte das eigentlich verstärken.
00:36:50: Ich möchte ein bisschen nachdenken über New Work, weil ich glaube dass das auch Arbeitsprozesse und Arbeitsplätze besser machen kann.
00:36:59: Vielleicht auch im Sinne von Effizienz aber einfach auch angenehme, dass man gerne hierher kommt zum Arbeiten und gerne sich engagiert für die Hochschule, für die Studierenden, für Forschung und für diese Gesellschaft.
00:37:12: Und das ist eigentlich meine Vision!
00:37:15: Vielleicht können wir noch ein anderes Thema dazu bringen in Sachen Zukunftsfähigkeit Themen, die aktuell sind.
00:37:22: Ich nenne mal paar Schlagworte Gleichstellung Diversität.
00:37:25: Es gibt Career Building Elements der Femtech GmbH an den HW Tech Hochschulen es gibt das Programm Traumberuf Professorin plus sowas.
00:37:35: Inwiefern möchten Sie die Hochschule vielleicht noch so bisschen in die Richtung?
00:37:42: Das ist für mich selbstverständlich auch aus meinem Hintergrund, dass ich das für selbstverständliche halte.
00:37:51: Dass es mehr Frauen braucht, klar!
00:37:53: Es braucht aber auch mehr Leute, die aus anderen, also internationalen, wie man wird sagen, People of Color vielleicht.
00:38:00: Leute mit migrantischem Hintergrund ... Wir brauchen einfach viel mehr Diversität insgesamt und da gehört für mich Frauenförderung dazu.
00:38:10: Da gehört für mir aber auch die Förderung von Erstakademikerinnen dazu oder ich denke im globalen Süden gibt es so einen unglaublichen Bedarf an.
00:38:20: Wir ingenieren, wenn die Rahmenbedingungen gut sind, dass wir sie auch hier nach Karlsruhe kriegen können.
00:38:29: Da bin ich überzeugt von und dann hätten wir hier einen bunten Campus der eigentlich allen gut
00:38:34: tut!
00:38:35: Vielen Dank Prof.
00:38:36: Dr.
00:38:37: Rosemarie Beck!
00:38:38: Danke schön!
00:38:39: Ja Frau Beck wird ihre Kommunikationsskills bestimmt gut einsetzen in den nächsten Jahren.
00:38:43: Wenn ihr Lust habt, immer mal wieder reinzuschnuppern was sich auf dem Campus tut welchen neuen Professorinnen und Professoren kommen welche gesellschaftlich relevanten Themen uns an der HKA bewegen dann tippt auf den entsprechenden Button zum Folgen bzw.
00:38:55: abonnieren damit ihr keine Folge mehr verpasst!
00:38:58: Mein Name ist Anneke Reinsberger.
00:38:59: macht's gut.
00:39:00: wir sehen und hören
00:39:01: uns Der HKA Podcast Interessantes aus Forschung Lehre und angewandter Wissenschaft.
00:39:09: Alle Infos zu unseren Studiengängen auch im Netz unter www.
00:39:14: h-ka.de.
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