Hallo liebe Hörer:innen, der HKA-Podcast erscheint momentan etwa einmal im Monat. Manchmal kommt es zu Verzögerungen. Sollte das mal vorkommen, könnt ihr gerne mal unseren YouTube-Kanal durchstöbern: LINK. Das könnt ihr natürlich auch ohne Verzögerungen machen. ;-)

#31 Aus dem Labor in die Wirtschaft – die Forschung an der HKA

Shownotes

Die Hochschule Karlsruhe ist eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg – und auch eine der forschungsstärksten. Wir haben 15 Forschungsinstitute, die in ganz unterschiedlichen Disziplinen unterwegs sind. Darin sind rund 220 Forscherinnen und Forscher, zusätzlich etwa 70 Professorinnen und Professoren beschäftigt. Forschung hat bei uns einen hohen Stellenwert und ist immer bedarfsorientiert: Wir entwickeln Technologien, Verfahren und Produkte, die anwendbar sind und gesellschaftlichen Impact haben. Wie funktioniert die Forschung an der HKA? In welchen Bereichen sind wir besonders forschungsstark und vor allem: Was bringt die Forschung für unsere Studentinnen und Studenten? Darüber haben wir mit Prof. Dr. Franz Quint gesprochen. Er ist unser Prorektor für Forschung, Kooperationen und Transfer.
Im Podcast sprechen wir auch über die Firma BRC, die von drei unserer ehemaligen Studierenden gegründet wurde. Ein Video über das Unternehmen und das Produkt gibt es in unserem Youtube-Kanal. Mehr zu unseren Studiengängen, News und weiteren Angeboten unter https://www.h-ka.de Musik: "System Changer" von Darko Indir / Darko Soundsystem, via Soundtaxi.com

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00:00:00: In dieser Ausgabe geht es um die Forschungstätigkeiten an der Hochschule Karlsruhe und warum Forschung für uns so wichtig ist.

00:00:06: Darüber spreche ich mit unserem Pro-Rektor Prof.

00:00:09: Dr.

00:00:09: Franz Quint.

00:00:10: Wir haben hier gerade in Baden-Württemberg, gerade in der Umgebung von Karlsre viele, viele Hidden Champions ja?

00:00:17: Die in einer schmalen Nische zwar aber dann Spitze sind, Weltmarktführer sind.

00:00:23: und diese Weltmarktführerschaft Die bleibt nicht einfach.

00:00:26: Da muss man ständig etwas dafür tun, man muss ständig Innovationen bringen und neue Produkte bringen.

00:00:32: Wir müssen versuchen, wenn wir unseren Wohlstand halten wollen technologisch an der Spitze zu

00:00:37: sein.".

00:00:39: Der HKA-Podcast – die Hochschule Karlsruhe zum Anhören mit Jan Holthaus.

00:00:45: Hallo und herzlich willkommen!

00:00:47: Die Hochschule Karlsruhe ist ja nicht nur eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg, sondern wir sind auch einer der Forschungsstärksten.

00:00:56: Wir haben fünfzehn Forschungsinstitute die in ganz unterschiedlichen Disziplinen unterwegs sind.

00:01:01: darin sind rund zweihundertzwanzig Forscherinnen und Forscher beschäftigt zusätzlich ungefähr siebzig ProfessorInnen und Professoren.

00:01:09: Forschung hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert und vor allem ist sie kein Selbstzweck.

00:01:13: Wir versuchen immer konkrete Technologien, Verfahren und Produkte zu entwickeln die gesellschaftlichen Impact haben.

00:01:19: Die dafür sorgen sollen dass die Zukunft in einem oder anderen Bereich besser wird.

00:01:24: Mich interessiert was dahinter steckt.

00:01:26: Wie funktioniert die Forschung an der HKA?

00:01:28: In welchen Bereichen sind wir besonders Forschungsstark?

00:01:31: Und vor allem Was bringt die Forschungen für unsere Studentinnen und Studenten?

00:01:35: Darüber habe ich mit Professor Dr.

00:01:37: Franz Quint gesprochen.

00:01:39: Er ist unser Prorektor Für Forschung Kooperationen und Transfer.

00:01:43: Ich habe Franz Quint erst mal gebeten, uns ein bisschen zu erläutern wie sein Aufgabenfeld konkret

00:01:48: aussieht.

00:01:50: Ja also die ersten drei Titel beschreiben schon einen Teil meiner Aufgaben.

00:01:59: Ich hab dazu auch noch andere Aufgaben und wir bleiben erst bei denen in Forschung als natürlich das größte Gebiet.

00:02:07: Sie haben schon die Zahlen genannt einfach wenn man auf die Anzahl der Mitarbeiter schaut.

00:02:11: da beschäftigt sind und natürlich auch auf den Drittmittelumsatz, die Drittmitteleinnahmen, die wir für die Hochschule erzielen.

00:02:19: Eng verbunden mit der Forschung sind natürlich die Kooperationen denn in den Forschungsprojekten In einigen Fällen zwar auch alleine unterwegs, aber in vielen Fällen haben wir eben Forschungsprojekte in Kooperation mit anderen Hochschulen.

00:02:34: Mit Universitäten und mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder sehr viel mit Firmen.

00:02:42: Das umfasst also die Kooperationen wobei da noch ein bisschen mehr dazu gehört.

00:02:47: Wir haben ja auch von Seiten der Hochschule aus institutionalisierte Kooperation wie zum Beispiel die HAW-Tech, ein Verbund in dem wir Mitglied sind oder die Trierenatech.

00:02:58: Das sind die Hochschulen für angewandte Wissenschaften am Oberrhein gleich international leben mit Frankreich und mit der Schweiz also die gehören dann auch noch zu meinem Aufgabengebiet.

00:03:10: Und Forschung könnte man zum Selbstzweck machen aber das lohnt sich nicht sondern die Forschung soll ja einen Impact in die Gesellschaft haben und dazu muss sie aus der Hochschule hinaus transferiert werden Aber auch in die Gesellschaft, Transfer hat ja sehr viele unterschiedliche Facetten.

00:03:29: Das ist dann Forschung dabei, das Direkte eben für die Industriestadt findet.

00:03:34: es sind Patente dabei Erfindungen dabei Es ist auch die wissenschaftliche Weiterbildung mit.

00:03:40: dabei Ist ein Aspekt des Transfers oder eben der sogenannte Third Mission das Forschen und das Arbeiten für die Gesellschaft.

00:03:48: Ja, das ist also der Aspekt Transfer.

00:03:51: Dann hatte ich genannt die Wissenschaftliche Weiterbildung.

00:03:54: Das Institut für Wissenschaftliche Weiterbildung ist auch in meinem Portfoliobereich und Kontakte mit den Unternehmen, vereint eben in den Karierservices, die wir an der Hochschule anbieten im Center of Competence ja wo aber auch noch Stipendienprogramme sind die zum Beispiel von den Unternehmen kommen oder das Deutschlandstipendium, wo wir auch DAD-Stipendien vergeben und zwar gleich für vierundvierzig andere Hochschulen.

00:04:27: Auch also alle Universitäten pädagogischen Hochschul-, Fachhochschulen oder Hochschule für angewandte Wissenschaftler aus Baden-Württemberg Stipendian eben für Auslandspraktika Und das Reichenzentrum gehört auch noch mit dazu.

00:04:42: Das passt irgendwie zusammen.

00:04:44: Klingt

00:04:44: so, als hätten Sie alle Hände voll zu tun?

00:04:46: Ich hab nur zwei!

00:04:49: Genau...

00:04:50: Wir sind in einer Anmoderation schon gesagt eine HAW – Hochschule für angewandte Wissenschaften.

00:04:56: Können sie mal grob umreißen was die Forschung an einer HAW ganz allgemein unterscheidet von der Forschung beispielsweise an einer Universität?

00:05:05: Ja, wobei das gar nicht so einfach ist denn je nachdem wie man draufschaut gibt es fundamentale Unterschiede oder es gibt gar keine Unterschiede dazwischen.

00:05:15: Wir sind ja eine in großen Teilen ingenieurwissenschaftlich geprägte Hochschule.

00:05:20: klar wir haben auch noch andere Fakultäten aber die Forschung findet eben sehr stark im Ingenieursbereich statt Und da ist die Forschung schon per se etwas angewandt, das heißt wir betreiben hier keine Grundlagenforschung.

00:05:37: Wir kümmern uns nicht so sehr jetzt eben um den Aufbau der Atome oder wir sind auch recht wenig im sozialwissenschaftlichen Bereich der Forschung unterwegs sondern eben im Ingenieursbereich und da is man ... relativ angewandt.

00:05:54: Man definiert ja die unterschiedlichen Technology Readiness Levels von eins bis neun und eins wäre eben, die Grundlagenforschung wo man noch überhaupt keine Anwendungen im Sinn hat, wo man einfach nur der Erkenntnis wegen nach etwas schaut und neuen wäre dann schon quasi ein fertiges Produkt zu erstellen.

00:06:12: Ja wir bewegen uns da eher im mittleren Bereich während die Universitäten eher in den niedrigeren Technology Readness Leveln unterwegs sind.

00:06:21: wenn ich mal so ganz allgemeine Universitäten anschauen, aber wenn man dann an die technischen Universitäten auf die schaut was die für Forschung betreiben und da auch in ihren Maschinenbau oder Informatik oder Elektrotechnikinstitut oder auch Bauingenieure.

00:06:36: Da unterscheiden wir uns eigentlich recht wenig davon und das sieht man auch dass wir mit diesen Universitäten sehr vielen Forschungsprojekten kooperieren und Seite an Seite arbeiten.

00:06:48: Jetzt haben sie gesagt, wir sind ja so im Mittelfeld unterwegs auf dieser Skala.

00:06:51: Aber ich würde sagen, wir gehen schon bis ans Ende bis zu acht oder neun?

00:06:55: Oder also es gibt durchaus Produkte Ausgründungen die dann auch wirklich eine Marktreife erlangen.

00:07:00: Das ist tatsächlich so wenn wir an ausgründung denken.

00:07:04: Wir hatten ein paar Ausgründen aus der Forschung Die eben dann versuchen einen Produkt daraus zu machen.

00:07:11: Es gab vor vier fünf Jahren die Ausgründe BRC Solar sogenannten Maximum Power Point Tracker entwickelt hier an der Hochschule, hatten dann über die Hochschulen auch eine Existförderung bekommen.

00:07:25: Wir waren noch einige Zeit hier an einer Hochschul.

00:07:28: Es waren drei Absolventen unserer Hochschulle gewesen und sie haben sich mittlerweile ganz eben ausgegliedert sind gewachsen auf etwa dreißig Leute und vertreiben ihr Produkt relativ erfolgreich.

00:07:41: Und so gibt es auch noch andere Beispiele, die das tun Ja, wobei ich sage mal so DRL-neun das fertige Produkt.

00:07:51: Die Hochschule selbst hat ja keinen Auftrag und auch kein kommerzielles Interesse Produkte zu vertreiben sondern da soll dann schon eben die Wirtschaft machen und Ziel ist es bis zum Beispiel in eine Vorserie ein Produkt zu betreiben und das dann rauszugeben an die Wirtschaft damit die das Geld verdienen.

00:08:12: Sie haben BRC ins Spiel gebracht, vielleicht darf ich an der Stelle ein bisschen Eigenwerbung machen.

00:08:16: Auf unserem YouTube-Kanal verlinke ich gerne in den Shownotes kann man sich einen Film über die drei Gründer von BRC anschauen und mal schauen.

00:08:24: was sie für ein Produkt machen ist für jeden interessant der Solarpanels insbesondere Photovoltaikpanels auf dem Dach hat und da vielleicht an Optimierung denkt um das Maximale an Strom und an Ertrag aus dieser Solaranlage rauszuholen.

00:08:40: In welchen großen Forschungsbereichen ist die HKA denn hauptsächlich unterwegs?

00:08:45: Ja, und die HK ist in vier Forschungsbereichen unterwegs.

00:08:49: Und vielleicht erkläre ich da auch ein bisschen was dazu.

00:08:52: Es gibt die HRK – Hochschulrektorenkonferenz.

00:08:59: Vielleicht darf ich kurz ergänzen, da sitzen die Rektoren der Hochschulen Deutschlands drin.

00:09:03: Ja, aller Universitäten, aller HWN auch oder BHN also von allen Hochschularten sitzen da drin.

00:09:10: So ist das und diese Hochschulektorenkonferenz hat für sich eine sogenannte Forschungslandkarte definiert.

00:09:18: Und auf dieser Forschungs-Landkarte kann man sich nicht einfach so eintragen, sondern die Eintragung eines Forschungsschwerpunktes.

00:09:27: So heißt es da auf dieser HRK-Forschungslandkarte ist an Qualitätskriterien geknüpft und man kann auf diese Forschungslandkarte eingetragen sein.

00:09:39: wenn man mindestens drei Forschungsbereiche definieren darf Forschungsschwerpunkt dann darauf vertreten sein.

00:09:49: Und um einen solchen Forschungsschwerpunkt zu definieren, gibt es eine Mindestsumme an Drittmittel die man umsetzen muss, eine Mindestanzahl an Professoren die in diesem Bereich arbeiten müssen eben um das zu haben und die Kriterien sind auch ein bisschen gestaffelt.

00:10:05: also es gibt Kriterie um drei zu haben.

00:10:08: wenn man dann eben vier anmelden will dann sind die kriterien schon etwas strenger und so weiter.

00:10:13: Und die HRK schafft es eben vier solcher Forschungsschwerpunkte zu definieren auf der HRK, diese Forschungsschwerpunkten sind zum einen intelligente Systeme, zum anderen Arbeit- und Produktionen dann haben wir innovative Mobilität und schließlich Ressourcen und Klima.

00:10:32: Können Sie da mal Beispiele nennen von Forschungsprojekten, die da gerade aktuell so bearbeitet werden?

00:10:39: Genau, da kann man einige sagen intelligente Systeme.

00:10:42: Da denkt man natürlich sofort auch an autonome Systeme zum Beispiel an Roboter.

00:10:48: und wenn ich jetzt es gibt viele Beispiele aber wenn nicht aus der Robotik mal ein paar Beispielen nehme da haben wir im Institut IHRAS, Institut für Robotik und Autonomesysteme zum Beispiel ein Projekt wo Roboter-Systeme zur Exploration von Gebäudesstrukturen und vor allem zur Dekontaminierung eingesetzt werden.

00:11:09: Es geht letztendlich da um den Abbau von Kernkraftwerken ja und eben da Roboter reinschicken damit Menschen nicht gefährdet werden.

00:11:18: wir haben aber auch einen sehr Angewandtes Forschungsprojekt da, welches in Zusammenarbeit mit der Industrie stattfindet und auch eine Direktbeauftragung durch die Industrie ist.

00:11:31: Das ist ein Mauerroboter.

00:11:32: Ein Roboter, der einfach wendemauert und auf der Baustelle dann eingesetzt werden soll.

00:11:38: Also sozusagen um die Arbeit zu erleichtern.

00:11:41: für den Mauer?

00:11:42: Richtig ja oder eventuell sogar völlig autonom.

00:11:45: da zum Mauern.

00:11:47: Der kann sich verschieben auf einer Laufschiene eben und setzt Stein auf Stein.

00:11:53: Und passt das zusammen, genau.

00:11:55: Eben nach einem Plan oder Roboter basierte Sortierung von Wertstoffen im Recycling auch zur Arbeitserleichterung via generell Roboter zur ArbeitsErleichteration eingesetzt werden?

00:12:08: Oder wenn man dann ein bisschen tiefer in den technological readiness level gehen will ja eher im Bereich der Grundlagenforschung haben wir da eben cloud computing und fünf g als Befähiger für neue Sensortechnologien und für Robotik.

00:12:24: Da geht es also um das Grundsätzliche, wenn man eben diese Roboter steuern muss, muss man die Rechenleistung direkt am Roboter haben oder kann man die rechner Leistung in den Cloud auslagern?

00:12:34: Dann braucht man natürlich eine Kommunikationsstrecke.

00:12:36: Diese Kommunikation Strecke darf keine großen Todzeiten haben sonst kann man das Ganze nicht regeln.

00:12:42: Also da geht's dann schon um das grundsätzliche und nicht eben um einen konkreten Anwendungszeug wie wir es vorher hatten.

00:12:49: aber Das ist auch ein gutes Beispiel, welches zeigt dass wir wirklich diese Spanne des Technology Readiness Level auch ziemlich ausnutzen.

00:12:58: Jetzt nicht von eins bis neun aber auf jeden Fall von drei bis sieben oder manchmal auch zwei bis siebend.

00:13:05: also wir sind da schon eigentlich recht gut unterwegs

00:13:08: und wenn wir davon gesellschaftlich im Impact reden angenommen von netzte Roboter, die über FünfG vernünftig funktionieren.

00:13:15: Die bringen ja nicht nur den konkreten Anwenderinnen und Anwendern was sondern eigentlich auch der Gesellschaft weil wir dann auch erst mal ein funktionierendes Fünf-G-Netz überall flächendeckend installieren müssen.

00:13:23: also insofern ist das schon etwas was in die Gesellschaft hineinstrahlt?

00:13:27: Ja klar auf jeden Fall.

00:13:29: Haben Sie noch Beispiele aus den Bereichen, die wir sonst noch beackern sozusagen?

00:13:34: Also sie hatten intelligente Systeme angesprochen.

00:13:37: Wenn

00:13:37: wir an die Mobilität denken zum Beispiel da haben wir ein großes Verbundprojekt welches dann auch schön die Spanne macht in den Transfer hinein und zwar das ist das Projekt Move More nachhaltige Mobilität am Oberrhein.

00:13:52: Dieses Projekt ist gefördert in dem Verbundvorhaben Innovative Hochschule, das sind sozusagen die kleine Exzellenzinitiative für die HAW'n.

00:14:01: Wir haben da eine Förderung über fünf Jahre von etwa acht Millionen Euro bekommen.

00:14:07: Das ist zusammen mit der Hochschulen Ofenburg.

00:14:10: machen wir das Und hier kümmern wir uns um nachhaltige Mobilität am Oberrhein, wie der Titel es sagt.

00:14:17: Und zwar bewusst im ländlichen Raum.

00:14:19: also jetzt nicht die Stadt Karlsruhe, ja wie wir alle wissen hervorragendes öffentliches Verkehrsnetz hat.

00:14:26: auch jetzt nicht Offenburg selbst sondern was ist dazwischen?

00:14:30: Was passiert im Schwarzwald, in Weyersbronn.

00:14:33: Wo man lang auf dem Bus warten muss, wenn man grächert?

00:14:36: Genau so ist es und da werden die verschiedensten Aspekte eben betrachtet also zum einen die multimodale Mobilität spricht Wechsel der Verkehrsmittel wie kriegt man das hin?

00:14:46: aber auch zum Beispiel Wie kann man denn Städte und Quartiere so gestalten dass Mobilität nicht mehr so stark erforderlich ist, dass man also vieles vor Ort erledigen kann.

00:14:58: Dann unter Umständen auch eben zu Fuß gehen kann oder mit einem Fahrrad fahren kann.

00:15:04: Solche Aspekte und da kooperieren wir hauptsächlich mit den Kommunen weil die Kommunen ja die Bedarfsträger vor Ort sind.

00:15:12: Da ist jetzt kürzlich zum Beispiel in Rastatt eine adaptive Fahrradwegbeleuchtung installiert worden.

00:15:19: Eben als Teststrecke, adaptiv deswegen weil die Lichter angehen wenn ein Fahrradfahrer kommt und sie wieder ausgehen wenn er weggefahren ist um auch nicht einen zu starken Eingriff nachts in der Natur zu haben Tiere Insekten usw.

00:15:34: zu stören wenn da ständig die Lichte rangehen.

00:15:37: Das sind also solche Beispiele, was wir vielleicht auch haben.

00:15:40: Was man erwähnen sollte weil es jetzt wiederum nicht so sehr die Ingenieursforschung ist sondern eben bis zu den sozialwissenschaftlichen Aspekte betrachtet.

00:15:49: Wir haben ja eine Stiftungsprofessur für den Radverkehr bekommen und da werden dann verschiedenste Projekte gemacht wie zum Beispiel ein Projekt Hitzerrad das von einer Stiftung gefördert wird.

00:16:00: Da geht es darum wie beeinflusst der Klimawandel und die höheren Temperaturen das Rad fahren.

00:16:05: Da geht es eben dann eigentlich gar nicht um die technischen Aspekte, sondern eben um die Psychologie, um das soziale Verhalten und das Wohlfüll verhalten den Menschen.

00:16:17: Jetzt ist es ja so dass in vielen Forschungsprojekten auch immer mal wieder dieses allgegenwärtige Thema künstliche Intelligenz auftaucht Weil man mittels KI oder sagen wir mal Machine Learning bestimmte Aspekte der Forschung auch vorantreiben und abdecken kann, spielt das im Moment schon eine riesengroße Rolle bei uns?

00:16:37: Oder ist das eher so ein Ding was in der Entwicklung ist?

00:16:39: wie würden Sie es einschätzen.

00:16:40: Doch doch das spielt eine riesen große Rolle.

00:16:42: Wir haben auf verschiedensten Ebenen oder zu verschiedenen Themen Projekte, die mit der KI arbeiten.

00:16:50: Ich glaube es muss ich zu erwähnen das in den autonomen Systemen, in der Robotik die Projekten die ich vorhin erwähnt hatte dass da natürlich KI drin steckt ja um eben die Steuerung hinzukriegen.

00:17:02: aber wir haben auch KI im Bereich Arbeit und Produktion wobei jetzt ich betonen will nicht die Aspekte die tatsächlich die Robotik oder die Industrieanlagen betrechen sondern das Zusammenspiel zwischen Menschen und Robotik und Produktion.

00:17:19: Und da waren wir in einem großen Projekt hier, in der Region Karlsruhe sogar im Lied gewesen.

00:17:26: Insgesamt hatte das Projekt um Volumen von zehn Millionen Euro jetzt nicht nur allein für die HKA sondern für all die Partnern.

00:17:32: Da war auch das KID, dass FZI aus Karlsrew mit dabei verschiedene Unternehmern auch das Arbeitsamt war dabei.

00:17:39: Das Projekt heißt sinnigerweise Carl KI für Arbeit und Lernen in der Region Karlsruhe, ein sehr großes Forschungsprojekt bei uns von Prof.

00:17:49: Steffen Kinkel geleitet, indem es eben um diese Aspekte geht.

00:17:53: Und Kollege Kinkel hat auch noch andere Projekte, Genkiwi zum Beispiel, generative KI für den qualitätsgesicherten Abruf von Unternehmenswissen.

00:18:05: Unternehmen haben ja einen großen Wissenschafts.

00:18:09: Und wenn dann gerade wie jetzt, die Babyboomer langsam in den Rente gehen ist es natürlich die Frage Wie kann man dieses Wissen sichern und verfügbar machen eben für die nächsten Jahre?

00:18:19: Und da muss man eben Konzepte erarbeiten, wie das abgelegt werden kann und wie dann der Zugriff darauf erforderlich

00:18:27: ist.

00:18:27: Zumal bei den meisten Firmen, dass dann auch mal total überraschend kommt, dass die Leute in

00:18:31: Ruhe standen.

00:18:33: Da ist es schon sinnvoll, das Wissen weiterzugeben tatsächlich!

00:18:38: Oder vielleicht darf ich noch ein anderes Beispiel erwähnen?

00:18:42: Weil es ein grenzüberschreitendes Projekt im Rahmen Wissenschaftsoffensive, das ist eine Initiative hier in der Oberrhein-Region und in Kooperation mit Interac Oberrhein.

00:18:53: Wir hatten eben grenzüberschreitende Projekte hier gefördert, Schweiz, Frankreich, Deutschland.

00:18:59: Und da waren wir im Lied in einem Projekt Aura EI.

00:19:03: Da ging es darum, Authentifizierung im öffentlichen Nahverkehr grenz überschreitet ohne dass man seine Datenpreis geben muss.

00:19:15: Okay, das würde bedeuten ich steige in irgendeine Bahn ein und fahre damit nach Frankreich rüber.

00:19:20: Und alles wird automatisch geregelt?

00:19:23: Ohne dass es bekannt

00:19:25: sein müssen, genau.

00:19:27: Eben über die KI anhand von bestimmten Merkmalen wird dann identifiziert.

00:19:33: Der Fahrgast hat eine Fahrkarte.

00:19:36: uns ist noch immer dieser Fahrgaster.

00:19:39: Anhand der Art und Weise wie er sich bewegt Wir haben sein Mobiltelefon, Aufruft und so weiter werden verschiedene Kennzahlen eben geschaffen.

00:19:47: Und man muss die Identität nicht preisgeben.

00:19:51: Sondern das bleibt alles lokal auf dem Handy.

00:19:54: Also

00:19:55: ich finde es sehr spannend dass wir da eine riesige Bandbreite abdecken.

00:19:58: also sie haben ja Ingenieurwissenschaften eigentlich genannt genannt Sozialwissenschaften, die da eine Rolle spielen bis hin zu Psychologie.

00:20:05: Wie verhält sich jemand der beispielsweise mit dem Fahrrad wert oder auch nicht?

00:20:09: Welche Entscheidungen führen dazu?

00:20:11: Jetzt ist es aber so dass wir an der HIV tatsächlich wie Sie schon gesagt haben auch hin und wieder mit Firmen zusammenarbeiten.

00:20:18: Da würde mich mal interessieren wenn ne Firma kommt Mit einer Idee beispielsweise für eine Produktentwicklung Oder für eine Weiterentwickling eines Motors der in der Entwicklung ist oder einer Maschine Egal.

00:20:31: Wie funktioniert da die Zusammenarbeit?

00:20:34: Wie kommt die Firma auf uns zu Ruf, die bei Ihnen an?

00:20:37: Hallo Herr Quint, wir hätten eine Forschungsidee.

00:20:39: oder wie funktioniert das?

00:20:41: In den seltensten Fällen gibt es einen Direktanruf und dass dann ein Projekt zustande kommt.

00:20:47: sondern man muss ja sehen diese Zusammenarbeit erfordert viel Vertrauen.

00:20:52: Das Unternehmen hat selbstverständlich ein wirtschaftliches Interesse.

00:20:58: Die Aufträge, die es hat an jemanden vergeben den es vertrauen hat dass die Aufträge auch umgesetzt werden können in Qualität und im Zeit.

00:21:07: Das heißt es bauen sich hier Beziehungen auf.

00:21:10: diese Beziehung können entstehen indem zum Beispiel die Professoren die Studierende bei Bachelor Arbeit nur in den Praxissemestern betreuen.

00:21:19: ja so lernt man sich dann kennen tauscht sich aus.

00:21:21: die Firmen erfahren dann womit die Hochschule.

00:21:27: Es reicht ja nicht zu sagen, wir machen Maschinenbau, Informatik, Elektrotechnik, Bauingenieur usw.

00:21:32: Das geht dann schon wirklich im Detail um diese Aufgabenstellungen.

00:21:36: Jedes dieser Gebiete ist enorm breit und die Firma ist an einem speziellen Teil interessiert.

00:21:43: Also damit haben die Professoren ihre Kontakte.

00:21:46: Wir sind aber natürlich auch Vertretern auf Messen oder eben in Netzwerken.

00:21:51: Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit der IHK.

00:21:55: Wir haben natürlich auch unser Center of Innovation and Transfer, unsere Transfereinrichtung mit sogenannten Innovation Scouts und Transfer Scouts.

00:22:04: Und da haben wir eine Neuigkeit eingeführt.

00:22:07: Einer dieser Scouts hat zum Beispiel ein regelmäßiges Büro in der Stadt.

00:22:13: und ist zwei Tage in der Woche vor Ort in Reichstadt.

00:22:17: Kooperiert da mit der Wirtschaftsförderung aus Reichstadt, kooperiert mit dem Landratsamt, ist in den verschiedenen Sitzungen dabei.

00:22:25: Und so kommen dann eben die Anfragen auch im Moment überwiegend aus dem Bereich der Mobilität.

00:22:32: Wir veranstalten auch Transfermessen – das sind unsere Research Contacts, in denen Firmen herkommen können und das Portfolio sehen.

00:22:43: Das sind also die unterschiedlichsten Formate, um den Kontakt herzustellen und auf eine gemeinsame Idee zu kommen.

00:22:52: Oft ist es auch so dass die Professoren aus ihrer vorherigen Industrietätigkeit ja in der sie gewesen waren natürlich auch Kontakte mitbringen und dann eben die Anfragen an diesen speziellen Professor kommen.

00:23:05: Und dann schaut man nach Entsprechend des Themas, wie ist es denn am Geschicktest dann diese Kooperation zu gestalten?

00:23:13: Man kann zum Beispiel anfangen und eine kleine Studie oder eine Projektarbeit oder eben eine Bachelor-Thesis draufzumachen.

00:23:19: Oder man kann gleich in ein Forschungsprojekt gehen.

00:23:22: auch da gibt es verschiedenste Ausschreibungen Fördermöglichkeiten.

00:23:26: das BMFDR also Bundesministerium für Forschung Technologie und Raumfahrt bietet einige Programme an.

00:23:33: Es gibt jetzt auch einige Programmen die speziell für HWN zugeschnitten sind, obwohl es nicht sehr viele sind muss man sagen.

00:23:42: Vom Volumen her üblicherweise sind wir in den öffentlichen Ausschreibungen drin wo wir auch mit den Universitäten konkurrieren um die Förderung.

00:23:52: so oder es gibt dann vom Wirtschaftsministerium die sogenannten ZIM-Projekte Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand.

00:24:00: Die sind recht niederschwellig und sind auch auf einem höheren Technology Readiness Level angelegt.

00:24:06: Da ist eben zwingend die Kooperation mit einer Firma, mit einem Industrieunternehmen selbst da mitarbeitet und wo man dann ganz konkrete Lösungen für ein Problem

00:24:17: entwickelt.".

00:24:18: Sie haben schon die Drittmittel angesprochen?

00:24:22: Sie haben gerade eben auch erwähnt dass es da Möglichkeiten der Förderung gibt.

00:24:26: Wo kommt denn tatsächlich dann letztendlich das Geld für Forschung her?

00:24:30: Weil letztendliche Forschung kostet einfach sehr viel Geld, muss man sagen.

00:24:33: Nicht nur Manpower sozusagen sondern oft sind Geräte, Labore erforderlich die ja auch nicht gerade im Laden um die Ecke gekauft werden können.

00:24:41: Woher kommt das Geld?

00:24:42: Genau so ist es!

00:24:43: Nun... Wir müssen Anträge stellen.

00:24:45: Das sind immer Anträge, die man im Wettbewerb einwirft.

00:24:49: Es gibt die Ausschreibung der verschiedenen Ministerien wie das bereits erwähnte BMFDR, das Wirtschaftsministerium und Bundesministerien jeweils aber auch Landwirtschaftsministeriums.

00:25:00: Die verschiedensten Ministerien legen Programme auf um eben Fragestellungen in ihrem Bereich zu besprechen.

00:25:09: Weil es jetzt gerade aktuell ist, das letzte Woche ist die Hightech-Agenda Deutschland vorgestellt worden mit den verschiedenen Schlüsseltechnologien.

00:25:17: Da wirds demnächst sehr viel Förderung geben, etwa zwei Milliarden Euro bis zu zwanzig dreißig.

00:25:25: Pro Schlüsseltechnologiebereich, also da sind unter anderem künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik.

00:25:34: Also das passt schon sehr gut zu dem Portfolio welches wir auch bei uns an der Hochschule haben ja.

00:25:40: Das ist eine Möglichkeit.

00:25:42: dann gibt es eben die EU-Programme.

00:25:46: Horizon Europe, die eben die ganz Großen wo man eben in großen Konsortien forschte und wo wir auch in der letzten Zeit eigentlich recht erfolgreich gewesen waren oder die Interact-Programme was hier in der Region grenzüberschreitend zugeht.

00:26:02: Dann gibt es Stiftungen, ganz groß ist zum Beispiel die CalCys Stiftung, wo wir ja auch recht erfolgreich sind mit unseren Programmen Und dann natürlich direkt beauftragungen aus der Industrie, wo es eben gar keine öffentlichen Mittel gibt.

00:26:18: Keine öffentliche Förderung, sondern wo ein Industrieunternehmen kommt wie zum Beispiel der vorhin schon erwähnte Mauerroboter und sagt hier wir möchten dieses Problem erforscht gelöst haben.

00:26:29: Jetzt sind wir ja gerade in wirtschaftlich so ein bisschen turbulenten Zeiten sage ich mal.

00:26:33: Gerade viele Unternehmen kämpfen mit der Wirtschaftslage und auch mit Aufträgen.

00:26:39: Spüren wir das hier an der Hochschule Karlsruhe, dass da vielleicht dann die Gelder nicht mehr ganz so locker sitzen wie vielleicht noch vor zehn Jahren?

00:26:46: Ja.

00:26:47: Das spüren Wir schon.

00:26:48: Wir hatten zum Beispiel vom Jahr vierundzwanzig aufs Jahr fünf und zwanzig einen leichten Rückgang im Drittmittel Umsatz.

00:26:55: Wir sehen es auch einer Anzahl der bewilligten Anträge, die wir gestellt haben, dass es da zurückgegangen ist wobei das auch öffentlich gefördert sind.

00:27:05: also wir merken Trotz der Hightech-Agent, die eben jetzt gekommen ist.

00:27:10: Aber zum Beispiel im Jahr zwanzig fünfundzwanzig, dass die Ausschreibungen von Forschungsförderung deutlich zurückgegangen sind.

00:27:19: Das sieht man schon.

00:27:21: Müsste der Staat nicht vielleicht diese Lücke füllen und einfach noch viel mehr Geld in die Forschung investieren?

00:27:27: Ja, das kann man natürlich so sagen und wenn man ehrlich ist er wird es jetzt ja auch machen mit der Hightech-Agenda.

00:27:34: Ich finde es da im Übrigen gut dass Deutschland sich jetzt fokussiert und ein paar Schlüsseltechnologien, ob das Thema Raumfahrt, was er jetzt groß auf die Tagesordnung gekommen ist, dass er also eben ein paar Themen fokassiert und sagt wir konzentrieren da unsere Fördermöglichkeiten Und wir setzen aber auch ganz konkrete Ziele.

00:27:58: Die Quantentechnologie nimmt, da sagen sie eben bis zum Jahr ... ... soll Deutschland zwei Fehler korrigierte und anwendbare Quantencomputer aus deutscher Produktion haben?

00:28:15: Interessantes Ziel.

00:28:15: auf Quanten-Computing kommen wir gleich noch zu

00:28:17: sprechen!

00:28:18: Jetzt ist es ja so dass der ein oder andere Industriezweig im Moment feststellt das sich lohnt auf Rüstung umzusatteln.

00:28:25: Und da ist natürlich die Frage, wie steht die HKA dazu?

00:28:28: Stichwort militärische Forschung.

00:28:30: Sind wir mit dabei?

00:28:31: Ist das eher was, was wir mit vorsichtigem Samtanschuhn anfassen wollen oder sind wir neutral dazu eingestellt?

00:28:37: Viele Technologien gibt es ja auch als Dual-Use.

00:28:41: Wie

00:28:41: stehen wir dazu?

00:28:44: Wir sind neutral dazu eingesetzt.

00:28:46: Die Hochschule Karlsruhe hatte keine Zivilklausel und beabsichtigt nicht eine Zivilglausel zu machen.

00:28:54: Zivilenklausel muss ich vielleicht kurz erläutern.

00:28:56: Das sind Klauseln, die sich Universitäten und Hochschulen selber in die eigene Satzung schreiben mit denen sie festlegen... keine militärische Forschung machen wollen.

00:29:07: Das haben wir nicht, möchten wir auch nicht.

00:29:10: Man muss aber natürlich auch sehen dass die Verteidigung ein legitimes Ziel ist.

00:29:15: man sieht ja was in der Welt um einen drum herum passiert.

00:29:19: also von daher ist da nichts Schlimmes dran sage ich mal Punkt eins.

00:29:24: aber Punkt zwei muss man realistischerweise sehen das wir als Hochschule die ja wie die Wissenschaft per se offen und öffentlich ist, dass wir dann nie in die richtige militärische Forschung hineinkommen.

00:29:38: Da wird zum Beispiel keine Firmareinmetall, wird das Einfallen an die Hochschule zu kommen und hier den nächsten Panzerentwickeln zu lassen um es mal ganz krass zu sagen.

00:29:48: Aber Sie haben's ja vorhin schon angesprochen.

00:29:50: Das ist der Punkt eine.

00:29:52: jede Technologie kann man für das eine und für das andere einsetzen.

00:29:57: Das haben Technologien so an sich, ja?

00:30:00: Und es ist auch so wenn man gerade dann in den niedrigeren Technology Readiness Levels etwas erforscht weiß man noch gar nicht wofür's dann angewendet werden wird.

00:30:12: ich muss nur an Dürrenmatt und die Physiker erinnern.

00:30:16: oder so Ja und okay die Verantwortung des Wissenschaftlers Mal wahrnehmen kann, mal auch nicht wahrnehmen können.

00:30:24: Aber die Ethik ist dann natürlich ein sehr wichtiger Aspekt und da versuchen wir auch sowohl unsere Studenten ethische Grundsätze mitzugeben.

00:30:36: Wir haben ja auch das Referat für Ethikforschung hier oder das Zentrum der Ethik-Forschung an der Hochschule.

00:30:43: Wir haben auch eine Ethikkommission für die Forschung eingerichtet Die eben solche Fragestellungen beurteilt.

00:30:50: Wir gehen schon nicht leichtfertig mit den Themen um, aber grundsätzlich verschließen wir auch uns zu nichts.

00:30:57: Jetzt ist Baden-Württemberg ja grundsätzlich ein sehr forschungsstarkes Land.

00:31:01: Wir haben hier ganz viele Universitätenhochschulen für angewandte Wissenschaften, Frauenhofergesellschaften und Max-Planck-Gesellschaften.

00:31:09: Wir sind auch hier in Karlsruhe Bundesforschungseinrichtungen.

00:31:17: Wie stark sind wir denn mit denen vernetzt?

00:31:19: Gibt es da irgendwie Kooperationen zwischen der HKA und dieser Art von Einrichtungen in Baden-Württemberg?

00:31:25: Ja, natürlich.

00:31:25: Wir machen da jetzt keine Unterschiede.

00:31:27: Das hängt natürlich immer von den Themen ab.

00:31:29: Aber zum Beispiel mit den Fraunhofergesellschaften sind wir schon sehr stark im Austausch und haben einige Projekte – nicht wenige Projekten wo eine Fraunhofergesellschaft oder ein Institut der Fraun hofer Gesellschaft unser Partner ist – Wobei auch da gerade ein Projekt in der Beantragung ist, wo es um die Detektion von Neutrinos geht.

00:31:57: Das

00:31:57: klingt eher nach Grundlagenforschung?

00:31:58: Ja, das klingt nach Grundlagenforschungen.

00:32:00: aber auch in der Grundlagen-Forschung braucht man etwas sehr Angewandtes weil wir können sich hervorstellen die Signale, die man da erhält sind halt... Äußerst klein können wir uns eben gar nicht vorstellen und diese Signale müssen verstärkt werden.

00:32:15: Wir haben bei uns an der Fakultät Elektrotechnik zum Beispiel den Professor Hermann Ang, Entwicklung ist, und zwar ganz rauscharme Verstärker entwickeln.

00:32:28: Und er ist tatsächlich angefragt worden von der Max-Planck-Gesellschaft und von der Uni Heidelberg, dass er in einem ganz großen Infrastrukturprojekt mitmacht wo es darum geht eine solche Anlage aufzubauen und das er eben diese Rauscharmen verstärker dafür entwickelt.

00:32:45: Rauscharmeverstärke heißt möglichst wenig Störsignale im Nutzignal zu haben?

00:32:49: Genau!

00:32:51: Jetzt haben wir als Hochschule ja im Grunde eine zentrale Aufgabe, nämlich die Nachwuchskräfte von morgen auszubilden.

00:32:58: Studierende für den Arbeitsmarkt von morgen.

00:33:01: Wie profitieren die denn davon das hier so viel Forschung stattfindet?

00:33:05: Die profitieren enorm davon, denn es geht ja darum dass wir diesen Nachwuchskräften, den angehenden Ingenieuren aktuelles Wissen vermitteln und nicht das Wissen oder vor zwanzig Jahren selbst an der Hochschule gelernt hat, denn wir erleben eine immer schneller werdende Aktualisierung und Erneuerung des Wissens.

00:33:32: Oder es kommen eben neue Wissenzanteile dazu – da muss man am Ball bleiben!

00:33:37: Und das hilft nicht.

00:33:38: und das ist ja gerade das, wovon unser Hochschultyp am meisten profitiert.

00:33:44: Wir wollen nicht Lehrbuchwissen weitergeben und wir wollen nicht, dass die Professoren dieses Wissen, das sie weiter geben.

00:33:50: Man kann sich auch aktuell halten indem man artikelwissenschaftliche Beiträge in Zeitschiften oder so ließ.

00:33:55: Nein!

00:33:56: Man muss schon selbst damit gearbeitet haben um es zu verstehen.

00:33:59: Man muss uns in der Praxis angewandt haben.

00:34:02: Und das passiert eben... Ich komme wieder auf den unseren Typ der Hochschulen für angewandte Wissenschaften zurück, dadurch dass alle Professoren die wir berufen vorher in einer freien Wirtschaft gewesen sein müssen.

00:34:15: Dass wir gar nicht anders berufen dürfen.

00:34:17: und dann eben wenn sie hier sind indem Sie in der Forschung an diesen Themen und an den aktuellen Themen arbeiten.

00:34:24: Und ich habe als Studentin oder Studentemöglichkeit auch während des Studiums schon beispielsweise als wissenschaftliche Hilfskraft Teilweise im angestellten Verhältnis geht das bei uns, glaube ich

00:34:36: auch mitzuwirken

00:34:37: an Forschungsprojekte.

00:34:39: So ist es.

00:34:39: in diesen Forschungs- projekten werden Studierende eingebunden und ich glaube ich verrate überhaupt keinen Geheimnis wenn wir die wissenschaftlichen Mitarbeiter auf unseren Forschungs Projekten betrachten dann ist doch ein großer Teil von ihnen eigener Nachwuchs also eben Studierenden Master gemacht haben.

00:35:00: Da ist natürlich die Verbindung zu den Professoren da, die Professoren sehen in den Laboren wie sie sich da geben, wer gut ist und denen bieten wir dann natürlich diese Jobs im Forschungsprojekt an.

00:35:13: das ist ganz klar.

00:35:15: unbenommen ist natürlich der Tatsache dass wir jede Stelle öffentlich ausschreiben sich eben jeder darauf bewerben kann.

00:35:22: ganz klar.

00:35:22: aber Wir haben schon auch noch Ein Problem kennen, sagen wir mal.

00:35:28: Genügend wissenschaftlich Nachwuchs für unsere Projekte zu finden.

00:35:30: Manchmal suchen wir schon gerade in den Ingenieurs-Mangelfechen ja in der Elektrotechnik im Maschinenbau auch in der Informatik.

00:35:39: Wir konkurrieren da mit den freien Stellen draußen in der Wirtschaft und die Bezahlung draußen ist dann doch immer noch ein bisschen besser als hier.

00:35:48: Dafür darf man sich hier austoben Man kann hier vieles machen und ausprobieren, was man in der freien Wirtschaft so nicht ohne Weiteres macht.

00:35:55: Das ist vollkommen richtig!

00:35:56: Denn man ist ja auf einem Forschungsprojekt.

00:35:59: Und zwar hat man auch im Forschungs-Projekt seine Projektziele und die Arbeitspakete abzuarbeiten.

00:36:05: aber der Druck ist dann vielleicht doch nicht so hoch als draußen in der Wirtschaft.

00:36:10: In der Wirtschaft muss man das Ergebnis liefern während Forschung ist immer noch Forschung.

00:36:15: Was bedeutet Unsicherheit im Erreichen des Ziels?

00:36:20: Das zeichnet auch die Forschung auf, dass immer ein wissenschaftliches Risiko mit dabei ist.

00:36:25: Sonst bräuchte man nicht forschen, sonst wäre es einfach eine

00:36:28: Produktentwicklung.".

00:36:30: Und man hat die Möglichkeit, wenn man hier seinen Master gemacht hat oder woanders sein Master gemacht hatte, zu promovieren?

00:36:37: Das ist vollkommen richtig.

00:36:38: Bis vor ein paar Jahren ging es nur in Kooperation mit einer anderen Universität, wo

00:36:42: es das

00:36:42: Promotionsrecht gab.

00:36:43: Inzwischen gibt's bei uns den Promotionverband der Hochschulen für angewandte Wissenschaftler hier in Baden-Württemberg und da kann man direkt an der HKA promovieren.

00:36:51: Können Sie kurz sagen wie das funktioniert?

00:36:53: Ja, es ist so dass in diesem Promotionsverband Forschungsstarke Professoren aufgenommen werden.

00:36:59: An der Hochschule Karlsruhe sind das mittlerweile thirty-fünf Professoren die Mitglied im Promotationsverband sind und es gibt noch einige weitere deren Antrag gerade in Bearbeitung ist.

00:37:11: also wir werden in kürzester Zeit über der Zahl von vierzig Professoren im Promotschonsverband sein.

00:37:16: diese Mitgliedschaft dem Promotionverband ist auch wieder an Qualitäts Kennzahlen geknüpft, sprich man muss über drei Jahre hinweg einen Mindestumsatz an Drittmittel bringen und eine Mindestanzahl an Publikationen verfasst haben.

00:37:30: Und dann kann man auf Antrag in diesen Promotionsverband aufgenommen werden.

00:37:35: Dieser Promotionverband hat fünf Forschungseinheiten eben fachlich thematisch gegliedert Und da ordnen sich die Professoren einer dieser Forschungsanleiten.

00:37:46: Man kann sich das wie Fakultäten an der Hochschule vorstellen, denen ordnen sie sich zu und dann haben Sie die Möglichkeit eben Ihre Doktoralen im Promotionsverband zur Promotion anzumelden ja?

00:37:59: Das läuft dann ganz ähnlich zudem wir es sonst an den Universitäten auch

00:38:04: abläuft.

00:38:06: Sie haben eben schon mal das Thema Quantencomputing angesprochen.

00:38:10: Ab Herbst startet bei uns ja eine HKA der neue Studiengang Quanten Computing, ein Bachelor-Studiengang.

00:38:15: Wer sich dafür interessiert kann gerne mal in den Podcast mit Professor Dr.

00:38:18: Philipp Nenninger reinhören.

00:38:20: Das ist der Studiengangsleiter und mit dem habe ich mich sehr intensiv über diesen Studiengang unterhalten.

00:38:26: Vielleicht kurz zusammengefasst?

00:38:27: In einem Studiengang geht es weniger um die theoretische Physik sondern mehr um die praktische Anwendung von Quantenkomputern.

00:38:33: Geht also darum Ich sage jetzt mal, Flapsig die Dinger auf die Straße zu bringen und in die Anwendung zu bringen.

00:38:39: Gibt es denn da auch schon Forschungsprojekte hinsichtlich des Quantencomputings, die da vielleicht in der Pipeline sind?

00:38:45: Ja tatsächlich wir haben mehrere Anträge laufen.

00:38:48: bewilligt ist noch nichts weil wir uns eben seit letztem Jahr diesem Thema zugewandt haben ja und da eben Anträge gestellt haben Wir hoffen auf Bewilligung diese Anträge was die Fördermittelgeber angeht, recht breit gefächert.

00:39:04: Das ist zum einen das BMFDR aber wir sind auch dabei einen ZIM-Antrag also einen recht praxisnahen Antrag hier zu stellen und das hört sich jetzt so ein bisschen an.

00:39:17: naja die beschäftigen sehr seit letztem Jahr damit wie soll es denn funktionieren oder von wo kommt dann die Expertise her?

00:39:24: nun Es ist ja so, dass man in diesem Quantencomputing zum einen die Quantenphänomene selbst hat.

00:39:31: Spinderelektronen usw.

00:39:34: Aber zum anderen ist er drum herum damit ein Quanten-Computer funktioniert.

00:39:40: sehr viel Informatik und sehr viel Elektrotechnik Und die einzelnen Quantenzustände, die Manipulation der Kubits.

00:39:49: Das passiert eben mit Laser oder mit Mikrowellen und da sind wir wieder zu Hause.

00:39:54: das ist ein Grund mit jeder Elektrotechnik und wenn man sich mal umhört unter den Herstellern der Quantencomputer dann ist es so dass man sich im Moment wohl auf.

00:40:05: ja es sind vier fünf Technologien für die Quantenphänomene die im Moment in der Diskussion sind und für jede dieser Technologien gibt es auch schon Quantencomputer, ob sich da jetzt eine oder zwei oder drei durchsetzen werden.

00:40:21: Oder je nach Anwendungsgebiet eben auch unterschiedlich.

00:40:24: Das weiß man noch nicht aber allen gemein ist eben dass sie diese Kubits kontrollieren müssen ja und das diese Rechner irgendwie eingebaut werden müssen in die Umgebung.

00:40:37: Und da können wir natürlich einen großen Beitrag leisten.

00:40:41: und wie gesagt, wenn man diese Hersteller der Quantencomputer fragt dann sagen sie es tut im Moment viel mehr weh das drum herum da Lösungen zu finden.

00:40:53: wirtschaftliche Lösungen zu finden, also einigermaßen preisgünstig.

00:40:57: Nicht aus der Apotheke sondern eben ja noch nicht groß industrieller Maßstab aber eben schon darauf vorbereitet weil man dadurch natürlich den Preis einer solchen Quantencomputers erheblich senkern kann und damit natürlich die Markteinführung beschleunigt.

00:41:13: Und da sind wir wieder genau an der richtigen Stelle.

00:41:15: Wie überhaupt Karlsruhe an der richtige Stelle zu sein scheint im Bereich des Quantum Computings?

00:41:21: Ich habe gelesen, dass das European Center for International Political Economy – das ist so ein Think Tank oder sozusagen so eine Denkfabrik die in Brüssel sitzt und so im weitesten Sinne Politikberatung macht.

00:41:34: Bösezungen würden vielleicht auch von Lobbyismus sprechen ich weiß nicht aber die gucken sich an

00:41:39: oder

00:41:39: machen Studien und zwar im Bereich der Wirtschaft, in dem Bereich der wirtschaftspolitik wo die Grenzen miteinander verfließen.

00:41:48: Und die haben sich mal angeschaut, wieso die EP-Zentren des Quantencomputings weltweit sitzen?

00:41:54: Und da wundert es natürlich nicht dass er irgendwie die San Francisco Bay Area auftaucht irgendwie Silicon Valley dann irgendwie Universitäten Oxford usw.

00:42:02: sind unter den Top five.

00:42:04: aber was mich gewundert hat Da taucht dann Karlsruhe in dieser Liste auf, am Platz sieben von rund fünfzig.

00:42:13: Weltweit

00:42:13: und deutschlandweit auf Platz

00:42:14: eins?

00:42:15: Ja!

00:42:15: Und da frage ich mich wie kommt das zustande?

00:42:18: also warum ist Karls Ruhe so ein guter Standort für die Lehre und vielleicht auch für die Erforschung von Quantencomputern?

00:42:26: Das Umfeld macht es um die Zusammenarbeit verschiedener Akteure machen.

00:42:30: selbstverständlich kann man relativieren sagen dass man diesen Rankings liegt ja jeweils in der Metrik zugrunde und wenn man die Metrik ändert, ändert sich natürlich auch das Ranking.

00:42:40: Das ist ganz klar.

00:42:41: aber eben dieses Institut hat sich eine bestimmte Metrik zu Grunde gelegt indem verschiedenste Aspekte beachtet bewertet wurden dann miteinander gewichtet worden zu einem Gesamtergebnis.

00:42:54: Wir haben im Karlsruhe natürlich das KIT als Forschungseinrichtungen welches eben die physikalischen Aspechte des Quanten Computing sehr stark untersucht Dieser wirklich Grundlagenforschung der RL Level I unterwegs ist sehr stark.

00:43:09: Wir haben aber auch bereits einige Firmen, da ist die Firma HQS Quantum Simulations, die hier in Karlsruhe sitzt und eben ein Start-up ist das schon relativ stark ist – ich weiß es jetzt nicht genau, Größenordnung dreizig vierzig Mitarbeiter – dann gibt's eine weitere Firma KIPU Quantum Systems, die herein Karlsroy angesiedelt sind.

00:43:30: Beide Firmen stark im Bereich der Anwendungen des Quantencomputing Software für Quantenkomputerschreiben, versuchen Probleme vor allem aus dem Bereich der Materialwissenschaften und der Charakterisierung von Molekülern zu lösen.

00:43:46: Also von daher hat sich hier einiges angesammelt in Karlsruhe und die Zusammenarbeit zwischen diesen Partnern trägt offensichtlich Früchte.

00:43:58: Und da kommt jetzt eben die Hochschule Karlsröhr Auch mit dazu.

00:44:02: Das heißt, langfristig wird es dann Top-Fünf für Karlsruhe?

00:44:04: Das ist unser Ziel!

00:44:06: Ich drück die Daumen.

00:44:07: Ja

00:44:08: ich will noch ein bisschen über Sie sprechen Herr Quint.

00:44:11: sie sind in Rumänien geboren und aufgewachsen.

00:44:14: Sie haben in Temesvar oder Timishuara sagt man glaube ich ne?

00:44:18: Ja also Temesvara ist der deutsche Name, Timishwara der rumänische Name.

00:44:23: Da haben sie ihr Abi gemacht und haben auch ihre Elektrotechnikstudium begonnen Anfang der neunzehnundachziger Jahre.

00:44:29: Und Sie sind dann, glaube ich, nineteenhundertsiebenachzig oder sechstenachzig nach Deutschland gekommen?

00:44:35: Das klingt jetzt wenn man das aus heutiger Sicht so beschreibt nach einem völlig normalen Studentenaustausch.

00:44:41: aber man muss natürlich sagen damals in den achtziger Jahren da war Rumänien eine Diktatur.

00:44:45: es gab keine Reisefreiheit Es gab ja noch gar keine EU.

00:44:49: Wie war das für Sie den Schritt, nach Deutschland zu wagen.

00:44:53: Das muss doch wahnsinnig umständlich gewesen sein für Sie?

00:44:58: Ja und nein!

00:44:58: Umständlich wegen dem Umständen aber ansonsten nicht... Ich bin Deutscher in Rumänien.

00:45:06: Ich komme aus dem Banat, das ist im westlichen Rumänian.

00:45:09: Das war früher Teil der K&K-Monarchie gewesen und war eben mit Deutschen besiedelt gewesen bis zu den Neunzehnhundertachzen.

00:45:17: War es auch Teil von Österreich Ungarn gewesen genauso wie die Siebenbürger Sachsen in Siebenbürgen Transsilvanien als deutsche Minderheit da waren.

00:45:27: wir haben Deutsch zu Hause immer gesprochen.

00:45:31: Deutsch ist meine Muttersprache, wir hatten das muss man vielleicht Rumänien lassen.

00:45:35: Das Glück und zwar als einziges Land des Ostblocks hat Rumänian die Schulbildung in den Sprachen der mitwohnenden Nationalitäten wie es dahin ist zugelassen.

00:45:47: Das heißt ich habe Abitur auf Deutsch gemacht bis zur zwölften Klasse eben.

00:45:52: Abiturs war nach der Zwölftenklasse Deutsch, ausschließlich Deutsch in der Schule gelernt ja und erst dann für die Hochschulen.

00:46:00: Die waren natürlich auch rumänisch gewesen.

00:46:03: Und in der derzeitigen Zeit Ende der siebziger Jahre Anfang der achtziger Jahre war es Natürlich eine ziemlich schlimme Diktatur in Rumänien gewesen.

00:46:16: und da wurden schon trotz der sag ich mal Tauperiode, die Ende der Sechziger Anfang der Siebzigerjahre da gewesen waren wurden nachher die Repressionen der Leute im Allgemeinen und dann der Mitwohner in den Nationalitäten also der Deutschen Ungarn als die größten Minderheiten in Rumänien.

00:46:40: Wurden diese Repression schon verschärft?

00:46:45: Sendungen in deutscher Sprache im Fernsehen und im Radio, die es früher gab.

00:46:49: Die wurden dann abgeschafft.

00:46:50: Ja... ...die Tageszeitungen in deutschen Sprachen da wurde die Auflage verkleinert unter Umfang der Zeitung halt immer verkleinert.

00:46:57: Es war alles eine Planwirtschaft und eben eine Diktatur gewesen so dass man eben doch nicht mehr in seinem gewohnten Umwelt, in seinem bewohnten Mioe war.

00:47:09: ja und dann war eben der Wunsch Nach Ausreise, wie man das eben aus der DDR gekannt hat in die BRD zu kommen.

00:47:16: Der war dann schon stark da.

00:47:18: Zudem kam hinzu dass die noch als eine Kriegsfolge Familien zerrissen waren weil mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges als die Sowjetarmee eben in Rummenien einmarschiert und durchmarschiert ist sind natürlich auch die Deutschen geflüchtet.

00:47:35: Manchen ist es gelungen anderen nicht gelungen.

00:47:39: Manche, je nachdem wo sie in Kriegsgefangenschaft waren, waren dann eben im Westen geblieben.

00:47:44: So dass die Familien getrennt waren.

00:47:47: es gab Verschleppungen der Deutschen zur Zwangsarbeit nach Russland und in die Barragan-Steppe.

00:47:53: Also eine großpolitische Gemengelage hat sich da ergeben Die letztlich dazu geführt hat wenn man jetzt heute drauf schaut das Da überwiegende Teil, also von achthunderttausend Deutschen in Rumänien gelebt haben, leben jetzt vielleicht noch dreißigvierzichttausende da und die große Ausreisewelle war eben mit dem Fall des eisernen Vorhangs.

00:48:16: Aber er war ja erst später?

00:48:18: Ja ich bin früher gekommen!

00:48:20: Meine Familie hatte schon längere Zeit einen Ausreiserantrag gestellt gehabt.

00:48:29: gut Glück überlassen gewesen, ja, wann irgendwann die Genehmigung zur Ausreise kam.

00:48:34: Das war auch mit Schikanern verbunden.

00:48:36: Meine Mutter zum Beispiel war Mathematik-Lehrerin gewesen und sie wurde dann in den Einenundachtzig entlassen aus dem Lehramt mit Präsidenzialdekreto mit der ganz offiziellen Begründung dass sie halt nicht fähig ist die Kinder im sozialistischen Sinne zu erziehen.

00:48:55: Und dann stand sie da, ohne Job.

00:48:57: Das waren dann so verschiedene Aspekte gewesen die natürlich dazu geführt haben und es konnte ja keiner vorhersehen.

00:49:06: man hat gedacht wenn man so einer Diktatur lebt und wenn man da die tägliche Realität gesehen hat Dann hat man gedacht das wird immer so sein.

00:49:14: Ja Es war ganz klar getrennt gewesen.

00:49:17: Die Sowjetunion hatte immer noch die Übermacht über alle Satellitenstaaten Da ja.

00:49:23: also von daher, wenn man das hätte voraussehen können dass mal eine EU kommt wo dann auch die anderen Länder Mitglied sind also die osteuropäischen Ländern und dass man dann Reisefreiheit hat und so.

00:49:37: Dann wäre wahrscheinlich die Geschichte ein bisschen anders verlaufen.

00:49:40: Wenn man sich das vorstellt, was für eine Errungenschaft es ist, dass man sich heute in Rumänien ins Auto setzen kann oder in den Zug und einfach hier herfährt.

00:49:48: Ohne Formulare ohne Repressalien, ohne Anfeindungen durch die Sekuritate oder durch diesen Geheimdienst

00:49:54: etc.,

00:49:54: also das ist schon glaube ich etwas, was uns als EU auch auszeichnet.

00:50:00: Jetzt haben sie sich entschieden nach Karlsruhe zu kommen.

00:50:02: Sie hätten ja überall studieren können in Deutschland.

00:50:04: Warum Karls Ruhe?

00:50:06: Warum Karlsruhe?

00:50:07: Na ja, man hat natürlich aus Rumänien heraus schon auch verfolgt wie das Leben denn in Deutschland ist.

00:50:15: Man wollte dann nicht einfach nur ins Blimde kommen sondern wir haben uns schon informiert.

00:50:20: Wir haben dank Mittelwelle vielleicht die Nostalgiker hier Europa-Wellesar gehört.

00:50:27: Das hat man auch in Rumänien empfangen.

00:50:30: Wir haben natürlich eine Menge Verwandte hier in Deutschland, die dann zu Besuch gekommen sind und die Zeitungen und Zeitschriften mitgebracht haben.

00:50:37: Man konnte sich also informieren – ich wusste schon -, dass es in Karlsruhe eine starke technische Universität gibt.

00:50:44: Ich habe in Temmesvar Elektrotechnik studiert.

00:50:47: Also war der Wunsch klar!

00:50:49: Zudem muss man vielleicht nicht verschweigen.

00:50:52: Es ist so, dass zum Beispiel die Banatter schwaben ... Die Volksgruppe aus der Ich eben komme, die haben sich zu großen Teilen in Süddeutschland angesiedelt.

00:51:00: Bayern und Baden-Württemberg ja.

00:51:02: also von daher hat man eben nicht dran gedacht was weiß ich nach Aachen oder nach Berlin zu gehen.

00:51:06: gut Berlin in der Zeit

00:51:08: war ein bisschen schwierig.

00:51:10: genau so ist es Karlsruhe geworden

00:51:14: Und Sie halten auch heute noch sehr engen Kontakt nach Rumänien insbesondere nach Temmisch war?

00:51:18: Inzwischen ist Temmich war auch ja Partnerstadt von Karls Ruhig glaube das ist seit Mitte der neunziger.

00:51:25: Sie

00:51:26: rekrutieren förmlich ganz viele Studierende aus dem deutschsprachigen Gymnasium in Temmisch war, wenn ich das richtig weiß.

00:51:34: Aber sie setzen sich auch sehr ein für einen studierenden Austausch zwischen der polytechnischen Universität und der Hochschule Karlsruhe.

00:51:44: Warum ist Ihnen das so wichtig?

00:51:46: Ja warum ist es wichtig?

00:51:47: oder sagen wir uns mal ein bisschen anders.

00:51:53: Die andere Arterbetrachtung, die mir ein bisschen besser gefällt ist die, dass ich den jungen Leuten letztlich egal woher sie herkommen Möglichkeiten aufzeigen will.

00:52:04: Ich will keinen hierher zwingen.

00:52:07: So war es auch nicht gemeint.

00:52:08: Ich meinte das eher im Sinne von Sie machen Werbung für uns.

00:52:11: So ist

00:52:11: es natürlich Machigwerbung!

00:52:13: Für die Hochschule Karlsruhe...

00:52:16: Stimmt rekrutieren, das klingt so nach militärischem Zwang.

00:52:18: Nee, so war es wirklich nicht

00:52:19: gemein.

00:52:20: Genau.

00:52:21: Ich will Ihnen die Möglichkeiten aufzeigen und dass ich halt das in Rumänien mache liegt natürlich daran, dass sich mich dort auskennen, dass ich da Bekannte habe und dass es mir einfacher ist Leute von da anzusprechen weil ich zum einen... Die Kontakte habe ich in den deutschen Schulen, die da noch sind.

00:52:40: Es gibt ja mehrere.

00:52:41: Das eine ist das Nikolaus Lehnau-Lyziom aus Temmeswar, dass sich auch absolviert habe, wo eben noch Schulkollegen von mir Lehrer oder in der Leitung sind.

00:52:52: Lizeum, übrigens welches zwei deutsche Nobelpreisträger hervorgebracht hat.

00:52:57: Nämlich Hertha Müller hat im Nikolaus-Lehnau-Lyzeum ihr Abitur gemacht.

00:53:02: Nobelpreis für Literatur, Zwei-Tausendneun und Stefan Hell Nobelpreiss für Chemie, Zweitausendundvierzehn.

00:53:08: Der Erfinder der Städtmikroskopi und eben Direktorer Max Planck Institut in Göttingen und Heidelberg.

00:53:15: Die waren beide an dieser Schule gewesen.

00:53:20: Und dann gibt es aber eben auch noch in Arathas, Adamüller-Guttenbrunn-Lyzzium.

00:53:24: In Satmar das Ettinger Lyzzium, in Hermannstadt das Brückundal Lyzzum.

00:53:29: Das ist einfach deutsche Schultraditionen die da schon war.

00:53:32: und natürlich gibt es da jetzt nicht mehr so viele Deutsch als Muttersprache Kinder sondern sind eben rumänische Kinder weil die rumänischen Eltern für ihre Kinder eine große Chance sehen wenn sie gut Deutsch kennen komplett auf Deutsch machen.

00:53:50: Man muss sagen, da wird nicht Deutschland als Fremdsprache unterrichtet, sondern alle Fächer werden auf Deutsch unterrichtert.

00:53:56: und an der Lena-Schule zum Beispiel.

00:53:59: Da gibt es eine sogenannte Spezialabteilung.

00:54:02: Das ist eine deutsche Auslandsschule, an der man Abitur nach Bundesdeutsch am Recht ablegt mit Prüfungen die eben aus Deutschland kommen.

00:54:11: auch ein Teil der Lehrkräfte kommt aus Deutschland.

00:54:15: was ist dann?

00:54:15: Hier sind das Bildungsinländer ganz normal, die müssen nichts umrechnen oder so.

00:54:19: Die haben ein Abitur, das jetzt aus Karlsruhe oder aus München oder aus Dämesvark kommt ist dann genau dasselbe weil sie auch die Abiturprüfungen von hier kriegen.

00:54:28: also und es fällt mir auch deswegen leicht weil ich auch Einblick in das Bildungssystem habe und weil ich weiß was die lernen und weil Ich weiß was können.

00:54:38: Sie sind eigentlich sehr gute Schüler.

00:54:41: Es war ja generell so gewesen, dass in den Ländern des Ostblocks sehr viel mehr Mathematik und Physik gelehrt wurde als hier, die da also relativ fit sind.

00:54:53: Das rumänische Team hat jetzt in den letzten beiden Jahren zum Beispiel die internationale Robotik-Olympiade jeweils gewonnen – in den USA.

00:55:02: Da wird darauf noch sehr viel Wert gelegt ganz passend für unsere Hochschule, wenn wir eben solche Potenziale, solche Talente zu uns an die Hochschulen bringen.

00:55:13: Letztendlich ist es immer ein Wettbewerb um die

00:55:16: Köpfe.".

00:55:17: Ich darf bei Decklingheit erwähnen dass Sie für diese Zusammenarbeit schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden sind.

00:55:23: Sie haben glaube ich – wenn ich das richtig weiß – die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde aus der sie stammen hat'sfeld bekommen.

00:55:32: den Karlsruher Europapreis der europäischen Schule bekommen und sie haben vor zwei Jahren vom damaligen rumänischen Staatspräsidenten den nationalen Verdienstorden bekommen.

00:55:43: Und habe ich das richtig verstanden?

00:55:45: Sie sind Ritter!

00:55:46: Ja, das ist so.

00:55:48: Dieser Nationale Verdienstorten ist vergleichbar zum Bundesverdienstkreuz und dieser Nationale Verdienstort hat mehrere Stufen.

00:55:57: Die heißen dann Ritter oder Commander.

00:56:01: Genauso wie das Bundes-Verdienstkreutz auch mehrere Stufe haben.

00:56:05: Man muss schon sagen die kleinste Stufe ist Ritter.

00:56:09: Das ist eine Auszeichnung, die jetzt nicht jeder bekommt?

00:56:11: Da können Sie stolz drauf sein!

00:56:15: Es freut mich, dass eben diese Bemühungen auch den Austausch, den ich mit dem Polytechnikum hatte.

00:56:21: Ja und wir haben – das kann man ja auch sagen – auch mit der West-Universität aus Thames war hier einen Studiengang in Wirtschaftsinformatik, einen Doppelabschluss, der ganz gut angenommen wird, wo ich auch ein bisschen dazu beigetragen habe, dass er entsteht.

00:56:34: Jetzt nicht so tief starten!

00:56:36: Also es sind eben verschiedene Bemühung.

00:56:42: Dann natürlich auch, ich bin auch eben Vorsitzender des Freundeskreises Karlsruhe-Themmes war.

00:56:49: Eben Bemühungen die zur Völkerverständigung zum Zusammenwachsen im Sinne der europäischen Idee beitragen und das haben dann eben manche Leute für Beachtenswert gefunden.

00:57:01: Ja finde ich auch.

00:57:02: also

00:57:03: wenn

00:57:03: ich das mal sagen darf Herr Quint, wenn Sie mal zehn Jahre in die Zukunft spekulieren würden.

00:57:08: Wo sehen sie die Forschung der HKA im Jahr?

00:57:15: Ich denke an den HKA tun wir gut daran, wenn wir uns jetzt ein bisschen an dem orientieren was zum Beispiel die Bundesregierung mit der Hightech-Agenda Deutschland vorgegeben hat, denn da saßen ja schon einige kluge Köpfe dahinter, die analysiert haben.

00:57:33: Wo gibt es die Möglichkeiten?

00:57:35: Wo gibt das das Potenzial?

00:57:37: Es muss uns klar sein wir in Deutschland haben als Ressource die Bildung und wir haben die schlauen Köpfen.

00:57:43: Ja, Deutschland war ja bekannt Land der Tüftler und Land der Denker gewesen als ein Ingenieurland.

00:57:50: Wir haben keine Bodenschätze, die wir verschärbeln können oder so.

00:57:54: das heißt... ...wir müssen versuchen wenn wir unseren Wohlstand halten wollen technologisch an der Spitze zu sein.

00:58:00: ja jetzt sind wir.

00:58:01: China ist groß aufgekommen da ist einfach ein ganz anderes Reservoir an Menschen.

00:58:07: China ist mehr als zehnmal so groß, fünfzehnmal so gross als Deutschland.

00:58:12: Wir werden eben nicht mehr alles vielleicht abdecken können ja sondern wir werden uns bestimmte technologische Bereiche raussuchen müssen in denen wir arbeiten.

00:58:24: das ist also sozusagen das fachliche.

00:58:26: und wenn wir uns jetzt das ganze auch ein bisschen ökonomisch betrachten wollen ist es natürlich so dass wir versuchen müssen als Hochschule Karlsruhe durch unsere Forschung die deutschen Wirtschaftsunternehmen zu unterstützen, ihnen eben ermöglichen neue Technologien zu generieren.

00:58:45: Wir haben hier gerade in Baden-Württemberg, gerade in der Umgebung von Karlsre viele, viele Hidden Champions ja?

00:58:52: Die in einer schmalen Nische zwar aber dann Spitze sind, Weltmarktführer sind.

00:58:58: und diese Weltmarktführerschaft Die bleibt nicht einfach.

00:59:01: Da muss man ständig etwas dafür tun, man muss ständig Innovationen bringen, neue Produkte bringen.

00:59:07: und da braucht es unsere jungen Leute die gut ausgebildet sind und mit neuen Ideen kommen und eben dann entweder direkt in den Unternehmen oder eben vorbereitend in der Forschung hier wo man das ganze ja wirklich vorvor vorwettbewerblich vorausdenkern kann und eben Produkte vorbereiten, die dann wirklich in die Wirtschaft transferiert

00:59:31: werden.

00:59:32: Prof.

00:59:32: Dr.

00:59:33: Franz Quint, Prorektor für Forschung, Kooperationen und Transfer an der Hochschule Karlsruhe Wenn ihr euch für die Details interessiert in Sachen Forschung an der HKA oder auch was die erwähnten Promotionsmöglichkeiten betrifft schaut gerne mal rein auf unserer Website unter www.ha-ka.de.

00:59:51: slash forschen Da gibt's alles nochmal

00:59:54: auf einen

00:59:54: Blick.

00:59:55: Wir freuen uns natürlich auch, wenn ihr mal in die anderen Podcast-Folgen reinhört.

00:59:59: Ich habe im Gespräch ja die Folge über Quantencomputing erwähnt – einfach einmal im HKA-Podcast Feed nachschauen.

01:00:05: das war die Folge Nummer neunundzwanzig und da erfahrt ihr alles über den neuen Bachelorstudiengang Quanten Computing!

01:00:11: In diesem Sinne danke fürs Zuhören und bis bald!

01:00:21: Alle Infos zu unseren Studiengängen auch im Netz unter www.h-ka.de.

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